Während in Brüssel und Wien immer neue Auflagen und globale Freihandelsabkommen die heimische Landwirtschaft strangulieren, kommen wieder die Betroffenen selbst zu Wort. Am heutigen Abend findet im Hotel-Gasthof Danzer in Aspach im Innviertel der zweite große Bauern-Gipfel statt. Nach dem Erfolg der Auftaktveranstaltung in Garsten mit rund 500 Teilnehmern wollen RTV und Info-DIREKT nun abermals den Finger in die Wunde legen.
Steigende Kosten für Energie, Dünger und Treibstoff, sinkende Erträge, massiver Preisdruck: Immer mehr Landwirte stehen mit dem Rücken zur Wand. Sie erfüllen höchste europäische Standards bei Umweltschutz, Tierwohl und Qualität und müssen dabei zusehen, wie billige Importe aus Ländern mit deutlich niedrigeren Anforderungen den heimischen Markt schwemmen.
Besonders im Fokus steht das geplante EU-Mercosur-Abkommen. Es öffnet die Tore noch weiter für Agrarprodukte aus Südamerika, wo Umwelt- und Sozialstandards mit österreichischen Verhältnissen nicht vergleichbar sind. Das Ergebnis ist absehbar: weitere Verdrängung heimischer Produzenten und sinkende Preise für Qualitätsware „Made in Austria“.
Auch die massiven Ukraine-Importe seit Ausbruch des Krieges sorgen für berechtigten Unmut. Durch aufgehobene Handelsbeschränkungen drängen große Mengen Getreide und andere Agrarerzeugnisse auf den europäischen Markt. Für österreichische Bauern bedeutet das angesichts der Unterschiede in den Standards und Regularien zusätzlichen unfairen Wettbewerb. Statt die eigenen Landwirte zu schützen, opfert die Politik sie auf dem Altar geopolitischer und ideologischer Ziele.
Immer neue Dokumentationspflichten, Umweltauflagen und Eingriffe in die Betriebsführung aus Brüssel tun ihr Übriges und nehmen den Bauern die Luft zum Atmen. Viele bangen ums wirtschaftliche Überleben.
Der Bauern-Gipfel will diesen Entwicklungen nicht tatenlos zusehen. In zwei großen Podiumsdiskussionen mit Landwirten, Fachleuten und Vertretern der Branche sollen die drängendsten Probleme offen und ohne ideologische Scheuklappen angesprochen werden. Es geht um Klartext: Wo liegen die konkreten Ursachen für die Krise? Und welche politischen Kurskorrekturen sind notwendig, um die Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln zu erhalten?
Die Veranstalter geben damit jenen eine Stimme, die täglich die Grundversorgung der Bevölkerung sicherstellen, aber von einer abgehobenen Politik im Stich gelassen werden. Der zweite große Bauern-Gipfel beginnt heute, 16. Juni, um 20 Uhr im Hotel-Gasthof Danzer in Aspach (Innviertel). Wer die Sorgen der heimischen Landwirtschaft ernst nimmt, sollte diesen Abend nicht versäumen.
Bauern-Gipfel im Innviertel: Gegen den Untergang der heimischen Landwirtschaft
