9. Juni 2026

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Kurz gefasst … was ist eigentlich mit den CBDCs los?

 

Kit Knightly

Haben Sie dieses Jahr bislang eine Schlagzeile aus den Mainstream-Medien über digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) gesehen?

Wahrscheinlich nicht.

Was früher regelmäßig auf den Titelseiten zu finden war, ist auffallend verschwunden. Die wenigen Berichte, die es noch gibt, sind eher versteckt, und der Ton hat sich deutlich verändert:

„Ist ein digitaler Euro für die monetäre Souveränität überhaupt notwendig? Eine Neubewertung der CBDC-Debatte“

Das stammt von Santander und bezieht sich auf einen Bericht des Centre for Economic Policy Research (CEPR) mit dem Titel „Digitale Zentralbankwährungen und monetäre Souveränität“, der zu folgendem Schluss kommt [Hervorhebung hinzugefügt]:

Das Argument, dass eine CBDC eine Voraussetzung für monetäre Souveränität sei, ist schwächer, als häufig behauptet wird. Die Geschichte legt nahe, dass Souveränität letztlich auf rechtlicher Autorität und den öffentlichen Bilanzen beruht, nicht auf einem universellen Zugang zu staatlichem Geld. Geld mit Zahlungssystemen zu verwechseln, birgt die Gefahr, das eigentliche Problem falsch zu diagnostizieren und politische Ressourcen falsch einzusetzen. Für Europa mag der digitale Euro eine nützliche symbolische Rolle spielen, doch die wirksame Verteidigung der monetären Souveränität wird weiterhin von Regulierung, fiskalischer Handlungsfähigkeit und der Bereitschaft der Zentralbank abhängen, Risiken zu übernehmen, wenn es darauf ankommt.

Vor nur wenigen Stunden veröffentlichte Forbes diesen Artikel:

„Die Philippinen wurden mehrheitlich digital – ohne Super-App und ohne CBDC“

Darin wird der Ansatz der Philippinen gelobt: Der Staat baut die digitale Finanzinfrastruktur („Schienen“) auf, überlässt es jedoch privaten Anbietern digitaler Geldbörsen, miteinander im Wettbewerb zu stehen und diese Infrastruktur zu nutzen.

In den vergangenen Jahren haben bereits mehrere große Volkswirtschaften – insbesondere Japan, Australien und Kanada – die Entwicklung von CBDCs pausiert oder sogar ganz aufgegeben.

Hier scheint sich das Narrativ zu verändern. Doch warum? Und was bedeutet das? Hat das etwas mit der aufkommenden „Multipolarität“ zu tun, von der derzeit so häufig die Rede ist?

Falls Länder dennoch CBDCs einführen, könnte der Traum einer weltweit interoperablen Infrastruktur vorbei sein – zumindest laut diesem Forbes-Artikel mit der Überschrift:

„Nach mBridge und Agora ist die multilaterale CBDC-Interoperabilität tot“

Und der Unterzeile:

„Die ursprüngliche Vision der BIZ von einem global interoperablen CBDC-Imperium wurde aufgegeben, da die Länder ihre Systeme nun Block für Block entwickeln.“

Der Artikel ist durchaus interessant, wenn auch voller Fachjargon. Hier einige mögliche Kernaussagen [Hervorhebung hinzugefügt]:

ASEAN verfolgt als Staatenblock denselben Ansatz. Die Erklärung der Staats- und Regierungschefs zur regionalen Zahlungskonnektivität von 2023 hat Thailands PromptPay, Indonesiens QRIS, Singapurs PayNow und Malaysias DuitNow zu einem wachsenden Netzwerk verbunden, wobei eine vollständige Interoperabilität innerhalb der ASEAN bis Ende 2025 angestrebt wird. Die Abwicklung regionaler Zahlungen in lokalen Währungen hat sich mehr als verdoppelt – von rund sieben Prozent der regionalen Zahlungen vor fünf Jahren auf heute über 15 Prozent. Brasiliens CBDC-Pilotprojekt Drex und die anhaltenden Exportambitionen des Zahlungssystems Pix folgen derselben Logik. Bilateral aufbauen. Die Entscheidung für einen Block vermeiden. Sich mit bereits funktionierenden Nicht-CBDC-Infrastrukturen absichern.

Die Infrastruktur war nie neutral, und das Gegenteil zu behaupten war die grundlegende Illusion des Projekts. Was nun folgt, ist eine fragmentierte Landkarte aus bilateralen Korridoren, blockbezogenen Systemen und von Unternehmen aufgebauten Netzwerken, die jeweils zwischen einzelnen Staaten ausgehandelt werden. Es gibt darin keine einzige globale Schiene.

Übersetzt aus der Sprache von Forbes bedeutet das: Die ganze CBDC-Angelegenheit wird deutlich komplizierter.

Oder zumindest scheint es so.

Ob dies tatsächlich eine grundlegende Änderung der Strategie darstellt oder lediglich eine Anpassung der Begriffe ist, um eine unveränderte globalistische Politik besser zu tarnen, bleibt abzuwarten.

 

Kurz gefasst … was ist eigentlich mit den CBDCs los?