Von wegen „Klima-Rettung“ und Wasser-Sparen: Während der einfache Bürger möglichst Wasser einsparen soll und unter horrenden Strompreisen ächzt, rollt man in Brüssel den amerikanischen Tech-Giganten den roten Teppich aus. Wie viel Strom und Wasser die gigantischen neuen KI-Rechenzentren wirklich fressen, bleibt ein streng gehütetes Staatsgeheimnis. Diktierte Lobby-Gesetze aus US-Konzernzentralen machen es möglich.
Es ist keine Neuigkeit, dass in den Hinterzimmern der EU-Kommission viele Gesetze nicht von gewählten Volksvertretern, sondern von hochbezahlten Lobbyisten vorgegeben werden. Wir erinnern uns an die geheim gehaltenen Pfizer-SMS von Ursula von der Leyen bei der Corona-Impfung und die ganze Geheimnistuerei dazu. Jetzt wiederholt sich dieses Schauspiel der Intransparenz beim größten Infrastruktur-Poker unseres Jahrzehnts: dem Bau gigantischer Rechenzentren.
Ein Bericht der Zeit legt offen, wie Brüssel Politik macht: Die Europäische Kommission folgte bei den gesetzlichen Regelungen, die diese gewaltigen Rechenzentren absegnen, einfach nur einem Entwurf von Microsoft und der Lobbyvereinigung DigitalEurope, in der pikanterweise fast alle US-Internetriesen organisiert sind. In der entsprechenden Kommissionsregelung (2024/1364) liest sich das dann so:
„Die Kommission und die betreffenden Mitgliedstaaten behandeln alle Informationen und wesentlichen Leistungsindikatoren zu den einzelnen Rechenzentren vertraulich. Diese Informationen gelten als vertrauliche Informationen, die die geschäftlichen Interessen der Betreiber und Eigentümer von Rechenzentren berühren.“
Auf gut Deutsch gesagt heißt dies, dass das von der EU geschützte „Geschäftsgeheimnis“ wichtiger ist als die Informierung der betroffenen Kommunen über den Verbrauch an Grundwasser und Strom durch diese Mega-Rechenzentren von Microsoft, Google, Amazon, Meta, OpenAI, Anthropic & Co. Dass hier wesentliche Daten verschleiert werden, ist kein Zufall. Rechenzentren benötigen astronomische Mengen an Wasser zur Kühlung und saugen buchstäblich den Strom aus den Netzen. Ein anschauliches Beispiel liefert Groß-Gerau. Dort wird aktuell um ein Megaprojekt gerungen, das unglaubliche 160 Megawatt Strom fressen soll. Das ist der Bedarf von satten 400.000 Haushalten! Und das ist nur eine einzige Anlage in der vollkommen überrannten Rhein-Main-Region, die sich zum Silicon Valley der europäischen Server-Farmen verwandeln soll.
In den nächsten Jahren sollen wahnwitzige 176 Milliarden Euro in der EU in Rechenzentrumskapazitäten gepumpt werden. Die Gesamtkapazität soll sich demnach verdreifachen. Und wie stellt man sicher, dass keine lästigen Naturschützer oder besorgten Anwohner dazwischengrätschen? Man beschleunigt die Genehmigungen! Anlagebau auf der Überholspur: Umweltverträglichkeitsprüfungen sollen im Eiltempo von 90 Tagen durchgepeitscht werden. Für den kleinen und den mittelständischen Unternehmer in Deutschland ist so etwas nicht möglich.
Wie zynisch und ausverkauft das EU-Regelwerk ist, zeigt der Blick über den Atlantik. In den Vereinigten Staaten – dem eigentlichen Mutterland der Tech-Riesen – regt sich massiver Widerstand gegen den KI-Ressourcenraub. Im Bundesstaat Maine wurde jüngst ein Gesetz verabschiedet, das die Errichtung von Rechenzentren, die mehr als 20 Megawatt verbrauchen, vorerst komplett aussetzt. Der Grund: Erst einmal müssen die verheerenden Folgen für Umwelt und Netzstabilität transparent und genauestens untersucht werden.
In Deutschland scheint dies vollkommen unmöglich zu sein. Ein solches Vorgehen wird durch den EU-Maulkorbverlass im Keim erstickt. Denn um die Folgen und Grenzwerte zu evaluieren, bräuchte man Daten zu Stromverbrauch, exaktem Wasserverbrauch, Wärmeabstrahlung und elektromagnetischen Strömen. Doch genau diese essenziellen Entscheidungsgrundlagen sind per EU-Verordnung tabu und gelten als „Geschäftsgeheimnis“.
Das Prinzip ist leicht zu durchschauen: Für den normalen Steuerzahler gelten Klima-Keule, Heizungs-Diktat und der permanente Aufruf zum Verzicht. Geht es aber um die Milliarden-Interessen von Amazon, Google und Microsoft, werden im Brüssler Hinterzimmer kurzerhand die Umweltauflagen zusammengestrichen und die wahren Verbrauchsdaten zum Staatsgeheimnis deklariert. Die Kommunen vor Ort baden die Konsequenzen aus. Sie liefern das ohnehin knappe Wasser, stellen die knappe Energie bereit und müssen mit der enormen Abwärme der Server-Farmen klarkommen. Das was dabei auf der Strecke bleibt, sind die Interessen der Bürger.
Rechenzentren: Eurokraten verscherbeln für US-Konzerne unser Wasser und unseren Strom
