29. Juni 2026

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Fassadenbegrünung statt „rechter“ Klimaanlagen: Patienten schmoren in deutschen Kliniken

 

Das linksgrüne Deutschland beklagt zwar stets und ständig eine Klimahölle, doch vulnerable Menschen, die durch hohe Temperaturen tatsächlich gefährdet sind, will man nicht schützen. In der jüngsten Hitzewelle sorgten wegen Hitze evakuierte Pflegeheimzimmer und 38 Grad auf der Herzstation in der Uniklinik Düsseldorf für Negativschlagzeilen. Aber Klimaanlagen sind eben leider „rechts“…

Ein Kommentar von Vanessa Renner

Auf der vierten Etage des Zentrums für Operative Medizin II vom Universitätsklinikum Düsseldorf hatte es bei einem Besuch von rp-online stolze 38,2 Grad: ein Albtraum für frisch am Herzen operierte Patienten, wie sie dort auf Station ZN 44 untergebracht werden. Klimaanlage? Gibt’s nicht. Man ist immerhin in Deutschland. Hier ist A/C Teufelszeug.

Pflanzen und Waschbecken statt Klimaanlagen

Das Klinikum hatte laut rp-online schon im letzten Jahr betont, dass es ja einen Hitzeschutzplan gebe, dessen Maßnahmen in kurz-, mittel- und langfristig unterteilt seien. Das klingt verdächtig nach dem Musterhitzeschutzplan für Krankenhäuser, den das deutsche Bundesgesundheitsministerium unter Karl Lauterbach erstellt hat. Darin findet sich zwar zweimal das Wort „Klimawandel“, aber das Wort „Klimaanlage“ sucht man vergeblich. An baulichen Maßnahmen empfiehlt man lieber Fassadenbegrünung, Hitzeschutzfolien, kühlende Vorhänge, und, zur „Körperkühlung“, Waschbecken:

NTV berichtete derweil von Rettungseinsätzen in Senioreneinrichtungen in Dormagen und Krefeld (NRW), wo Bewohner aus überhitzten Gebäudebereichen gebracht werden mussten. So rückte ein Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungsdienst an, um knapp 40 Senioren aus überhitzten Zimmern eines Altenheims in Krefeld in kühlere Stockwerke zu schaffen; fünf Senioren aus dem Dachgeschoss wurden ins Krankenhaus gebracht. In Dormagen starb ein Pflegeheimbewohner, wobei unklar ist, welche Rolle die Hitze dabei spielte. Angesichts der Zustände im deutschen Gesundheitssystem muss man sich die Frage stellen, inwieweit die knapp besetzte Pflege in der Lage ist, bei allen Patienten und Heimbewohnern auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Die Stiftung Patientenschutz forderte bauliche Anpassungen von Pflegeheimen. Zwar hätten viele Einrichtungen Hitzeschutzpläne auf den Weg gebracht, bei Bund und Ländern bleibe es aber bei „reinem Aktionismus“. „Die Papiere und Konzepte enden dort, wo der Patientenschutz Geld und Personal kostet“, kritisierte der Stiftungsvorstand.

Moral frisst Gesundheit: Klimaanlagen fördern Klimaapokalypse

Klimaanlagen haben im linksgrünen Deutschland keinen leichten Stand: So sollen schon emsige Modellrechnungen von Forschern der University of Birmingham gezeigt haben, dass der Energieverbrauch von Klimaanlagen ja den Klimawandel ankurbeln würde. Durch deutsche Medien wurde diese wichtige These schon im März gepeitscht – bevor noch jemand auf die Idee kam, sich auf den Sommer vorzubereiten. In anderen Weltteilen sind Klimaanlagen freilich längst Standard und in den USA macht man sich über die Klimaanlagen-Panik in Deutschland offen lustig (unter anderem mit einem „Citizen Vigilante 2“, der Klimaanlagen verteilt).

In anderen Weltteilen sägt man aber auch nicht so an der eigenen Energiesicherheit wie in Deutschland, wo man gern von Sonne und Wind abhängig sein möchte. Hier sollen zwar alle auf Wärmepumpen und E-Autos umsteigen, aber bei Klimaanlagen ist dann auch einmal gut. (Obwohl die wohl vorzugsweise dann laufen würden, wenn massenhaft produzierter PV-Strom gerade das Stromnetz zu überlasten droht…)

Bei den Öffentlich-Rechtlichen betont man, Klimaanlagen wären die „letzte Option“. Ein Fachmann weist gnädigerweise darauf hin, dass Klimaanlagen in Gebäuden wie Seniorenheimen, Krankenhäusern oder Kindertagesstätten sinnvoll sein können – in solchen Gebäuden wäre der Einsatz „am wenigsten umstritten“. Aus ökologischer Sicht besser wäre es aber, wenn jedes Gebäude durch „bauliche Maßnahmen“ an warme Tage angepasst wäre: „Also so gut isoliert, verschattet, begrünt und belüftet“, damit eine energieintensive Kühlung nicht nötig wäre. Ein bisschen Grünzeug an der Fassade kann die Wirkung einer Klimaanlage bestimmt nachahmen, oder?

Klimaanlagen „nicht den Rechten überlassen“

Die hitzige Debatte zwischen linksgrünen Ideologen und Anhängern des Hausverstands führt medial bereits zu Stilblüten – so titelte die „Zeit“ bei einem Kommentar „Wir dürfen die Klimaanlage nicht den Rechten überlassen“. Die Message: Die bösen Klimaanlagen ließen sich doch „auch in eine progressive Hitzepolitik integrieren“.

Wie gut Integration und progressive Politik in Deutschland gelingen, ist ja hinlänglich bekannt. Die Klimaanlagenabneigung wäre „einerseits eine Frage der fehlenden Hitzeerfahrung und eine Frage des Gelds“, so postuliert man jedenfalls bei der „Zeit“. Damit trifft man wohl einen wahren Kern: Kliniken mit Klimaanlagen auszustatten, käme ungleich teurer, als ein bisschen Alibi-Grün an der Fassade anzubringen. Und während Deutschland bekanntlich Geld in Hülle und Fülle für die ganze Welt hat, sieht’s mit Investitionen fürs eigene Wahl- und Zahlvieh eher schlecht aus.

Und so sind es wieder die Alten und Kranken, die im besten Deutschland aller Zeiten im Namen linksgrüner Moral in Kliniken und Gesundheitseinrichtungen leiden dürfen. Hatten wir das nicht vor ein paar Jahren erst …?

 

Fassadenbegrünung statt „rechter“ Klimaanlagen: Patienten schmoren in deutschen Kliniken