13. Mai 2026

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Analyse: Reform UK – zwischen Hoffnung des Volkes und Anpassung ans System

 

Die Partei von Nigel Farage hat zuletzt einen Erdrutschsieg geschafft – sowohl bei den Lokalwahlen in England als auch bei der Regionalwahl in Wales. Große Teile der Bevölkerung setzen ihre Hoffnungen auf sie. Die Schwächen von Reform UK stellen aber auch eine Gefahr dar.

Von Eric Angerer

Aus dem Stand hat Reform UK bei den Lokalwahlen 1454 Gemeinderäte geholt und damit Labour (1068) und alle anderen Parteien deutlich abgehängt. In Wales schaffte Reform UK 34 Mandate und liegt nur noch hinter der Regionalpartei Plaid Cymru (43), während Labour (9) und die Konservativen (7) völlig abgeschlagen sind.

Diese Ergebnisse kamen nicht überraschend, denn die Partei von Nigel Farage liegt seit etwa einem Jahr in allen Umfragen deutlich an der Spitze. Die britischen Wähler haben von der woke-globalistischen Zerstörungspolitik die Nase voll. Die Net-Zero-Energiepolitik, die Unterwerfung unter den Islam, die Kriegspolitik gegenüber Russland, der Transgender-Irrsinn – all das ist abgewählt.

Der Labour-Regierungschef Keir Starmer gibt noch Durchhalteparolen aus. Was die Regierung noch zusammenhält, ist die panische Angst vor Neuwahlen. Dennoch stehen Farage und Reform UK bereits in den Startlöchern – und auch das Establishment scheint sich auf eine Regierung von Reform UK beziehungsweise deren Domestizierung vorzubereiten. Gleichzeitig ist Reform UK für einen wirklichen Politikwechsel schlecht aufgestellt.

Reform UK und die Islamisierung

Nigel Farage hat sich als Vorkämpfer des britischen Austritts aus der EU einen Namen gemacht und 2019 die Brexit Party gegründet, die im Januar 2021 in „Reform UK“ umgewandelt wurde. Die Partei lehnte die Corona-Repressalien weitgehend ab und ist kritisch gegenüber der Klimareligion.

Reform UK ist auch migrationskritisch und wurde vor allem deshalb von vielen Menschen unterstützt. Allerdings konzentriert sich Farage auf die Verhinderung weiterer Zuwanderung. Er weicht dem Thema Islamisierung aus und verweigert sich auch der Forderung nach Remigration der problematischen islamischen Sozialmilieus.

Die Weichheit in dieser Frage hängt mutmaßlich auch damit zusammen, dass in den letzten Jahren viele karriereinteressierte Moslems als Funktionäre in Reform UK eingesickert sind und mittlerweile einen relevanten Teil des Kaders und der Kandidaten ausmachen. Das sind sicherlich moderate Islamgläubige, die die Auswüchse der dschihadistischen Machenschaften in Britannien ablehnen. Dennoch erschwert dieser Umstand eine klarere Linie gegen die Islamisierung des Landes.

Der bekannte italienisch-iranische Comedian Nicholas de Santo, der in England lebt und sich über Wokeness und Islam lustig macht, witzelte in einem seiner Programme über die Deislamisierung des Iran:

„Frauen zünden ihre Kopftücher an. Männer zünden Moscheen an. Bei Begräbnissen werden nicht mehr Koranverse vorgetragen, sondern persische Gedichte. Experten sagen, dass es 2030 im Iran weniger Moslems geben wird als in Reform UK.“

Anpassung ans System

Ein Problem bei Reform UK ist auch die Fixierung auf Farage selbst, eine Art One-Man-Show mit dünner Personaldecke. Fähige Kader wie Rupert Lowe oder Ben Habib wurden von Farage und seiner rechten Hand Zia Yusuf aus der Partei hinausgebissen.

Die Gefahr besteht darin, dass Reform UK weder ein klares Programm noch einen stabilen Kader hat. Eine solche politische Partei kann leicht integriert oder eingekauft werden. Offenbar wird das auch bereits versucht: Über ein „Geheimtreffen“ von König Charles mit Farage wurde bereits im Herbst 2025 berichtet.

Teile der Boulevard-Medien sind freundlich zu ihm. Außerdem wird Reform UK seit zwei Jahren von Opportunisten der Konservativen Partei, die auch in Zukunft Mandate haben wollen und die zum Establishment gehören, regelrecht geflutet.

Wenn die Eliten Farage tatsächlich an die Regierung lassen und er dafür die gegenwärtige Politik (mit kosmetischen Korrekturen für das Publikum auf den billigen Plätzen) fortsetzt, wird die Ernüchterung bald groß sein. Falls Farage mit Reform UK, von der Bevölkerung an die Regierung gewählt, tatsächlich einen politischen Kurswechsel bezüglich Migration/Islam und anderen Themen vorzunehmen versucht, könnte die Sabotage der bisherigen herrschenden Netzwerke, der Opportunisten unter den eigenen Mandatsträgern und des tiefen Staats massiv sein.

Farages Truppe könnte auflaufen und daran zerschellen. Das ist Trump in der ersten Amtszeit passiert, als er inhaltlich und personell zu wenig vorbereitet war und noch zu wenig Klarheit darüber hatte, welcher Kampf bevorstand. Da Reform UK auch schwach aufgestellt ist, wäre es möglich, dass sich eine solche Regierung in Uneinheitlichkeit und Chaos auflöst.

Zeit zur Vorbereitung

In diesem Sinne kann es durchaus gut sein, dass Reform UK nicht sofort die Regierung in Britannien übernimmt. Es gibt Zeit zur Vorbereitung. Das gilt einerseits für Farage und sein Umfeld. Sie können sich noch professionalisieren, vielleicht auch mit Hilfe aus den USA. Es besteht aber natürlich auch die Gefahr der noch weiteren Anpassung an das Establishment.

Deshalb ist die noch vorhandene Zeit der Vorbereitung auch für die konsequenteren patriotischen Kräfte, die die Islamisierung des Landes tatsächlich zurückdrängen wollen, wichtig. Auf elektoraler Ebene ist das die Formation „Restore Britain“ von Rupert Lowe, die klar gegen die Islamisierung auftritt und die bei den Lokalwahlen dort, wo sie angetreten ist (in Great Yarmouth), alle Gemeinderatssitze holte.

Ein wesentlicher Faktor ist auch, dass in Britannien, anders als in den meisten anderen europäischen Ländern, eine tatsächliche Massenbewegung zur Rettung des Landes besteht. Verantwortlich für die große Wut der Bevölkerung ist sicherlich, dass die Sexualverbrechen muslimischer Einwanderer, die es überall in Westeuropa gibt, in Großbritannien besonders monströs waren.

Und so wird die elektorale Ebene durch Massendemonstrationen gegen die Islamisierung ergänzt, initiiert von Tommy Robinson. Während der Mainstream die Kundgebung im September 2025 auf 110.000 Menschen kleinzureden versuchte, zeigten unabhängige Aufnahmen und Einschätzungen, dass es wohl zwischen einer und zwei Millionen Menschen waren.

Sie sind ein außerparlamentarisches Korrektiv. Es kann einerseits Druck machen, damit Reform UK nicht völlig vor dem System kapituliert. Andererseits hat diese Bewegung auch das Potenzial, dass – falls sich Farage als windelweich erweist – sich nicht allgemeine Frustration und Apathie durchsetzen. Sondern dass eine breite Volksbewegung selbst für Veränderung sorgt.

Der nächste Schritt dazu findet am kommenden Samstag statt, bei der Großdemonstration „Unite the West“ in London.

 

Analyse: Reform UK – zwischen Hoffnung des Volkes und Anpassung ans System