Der griechische Migrationsminister Thanos Plevris schlägt Alarm: Ein regelrechtes Heer von schätzungsweise 550.000 Migranten wartet derzeit in Libyen nur darauf, das Mittelmeer in Richtung Europa zu überqueren. Doch Athen macht unmissverständlich klar, dass die Grenzen dicht bleiben und illegale Einwanderer künftig im Gefängnis landen werden.
Die griechischen Behörden gehen davon aus, dass sich mehr als eine halbe Million Menschen in Libyen versammelt haben, um die Überfahrt nach Europa anzutreten. Das nordafrikanische Land hat sich mittlerweile zum Hauptknotenpunkt für die Asyl- und Schlepperindustrie entwickelt. Laut den Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hielten sich 2025 sogar 800.000 bis 900.000 Migranten in Libyen auf – ein gigantisches Reservoir an Menschen, größtenteils aus Subsahara-Afrika, dem Sudan und Ägypten, von denen viele früher oder später den Weg in europäische Sozialsysteme suchen dürften.
Anders als die deutsche Bundesregierung, die unzählige Asylanten auf Kosten der Bürger alimentiert, reagiert das mittlerweile konservativ regierte Athen mit eiserner Härte auf die drohende Massenmigration. Griechenland arbeitet nicht nur eng mit der europäischen Grenzschutzagentur Frontex und den libyschen Behörden zusammen, um die Schlepper-Netzwerke zu zerschlagen und Boote noch an der nordafrikanischen Küste abzufangen. Auch im eigenen Land weht nun ein völlig anderer Wind.
Plevris fand gegenüber dem Nachrichtenportal Voria Worte, die man sich von den Regierungspolitikern in Deutschland oder Österreich nur wünschen könnte: „Wer keinen Anspruch auf Asyl hat, wird inhaftiert.“ Das simple Prinzip lautet: Wer offensichtlich keine Chance auf Asyl hat, darf sich nicht mehr frei im Land bewegen, sondern wird weggesperrt, um nach der Ablehnung des Antrags sofort abgeschoben werden zu können. Der Minister ließ keinen Zweifel an der Haltung der Regierung: „Es gibt keinen Grund für Griechenland, seine Grenzen zu öffnen und Menschen aufzunehmen.“ Man werde im rechtlichen Rahmen agieren, aber „bis an die Grenzen gehen, um unsere Grenzen zu schützen.“
Dass Athen nun die Zügel massiv anzieht, kommt nicht von ungefähr. Die Migrationsströme haben sich drastisch verschoben. Während die illegale Einwanderung über die Ostägäis aus der Türkei – auch dank harter griechischer Maßnahmen – um teilweise 70 Prozent eingebrochen ist, rückt nun die Insel Kreta in den Fokus. Die Route von Ostlibyen nach Kreta verzeichnete in den letzten Jahren einen massiven Anstieg. Erst Anfang Mai wurden an einzelnen Tagen mehrere hundert illegale Ankünfte registriert. Die griechische Küstenwache ist im Dauereinsatz, um völlig überfüllte und seeuntüchtige Boote abzufangen.
Während die linken NGOs und die Gutmenschen weiterhin die angeblich schlechten Bedingungen in libyschen Auffanglagern anprangern und indirekt die freie Einreise fordern, setzt Griechenland auf Abschreckung: Die Regierung hat in den vergangenen Monaten die Gesetze drastisch verschärft, härtere Strafen für abgelehnte Asylbewerber eingeführt und Maßnahmen zur Beschleunigung von Abschiebungen beschlossen. Zudem intensiviert Athen die diplomatischen Bemühungen mit Libyen, um die Abfahrten direkt vor Ort zu stoppen.
Griechenland zeigt den anderen europäischen Nationen, dass es auch anders geht. Doch wenn sich diese Migranten von Libyen aus tatsächlich auf den Weg nach Europa machen, werden die Schlepper angesichts des griechischen Durchgreifens wohl Routen nach Italien bevorzugen. Und von dort aus geht es dann wohl weiter nach Norden, wo die staatlichen Füllhörner weiterhin noch ausgeschüttet werden.
Asyl-Tsunami: Griechenland warnt vor 550.000 ausreisewilligen Migranten in Libyen
