Der ehemalige Leiter der Terrorismusbekämpfung unter US-Präsident Donald Trump, Joe Kent, hat den USA vorgeworfen, im Syrienkonflikt direkt mit terroristischen Gruppen wie Al-Qaida und dem sogenannten Islamischen Staat (IS) zusammengearbeitet zu haben, um Präsident Baschar al-Assad zu stürzen.
Kent, der kürzlich aus Protest gegen den US-israelischen Krieg gegen den Iran als Direktor des National Counterterrorism Center zurückgetreten war, äußerte sich in einem Interview mit MintPress News.
Nach seinen Angaben sei der Konflikt mit dem Iran Teil einer Reihe von Kriegen, die die Vereinigten Staaten im Interesse Israels geführt hätten. Dazu zählten neben dem aktuellen Konflikt auch der Irakkrieg sowie der syrische Bürgerkrieg, in denen Washington terroristische Gruppen aktiv unterstützt habe.
„Wir kamen und sagten: Wir werden mit den Israelis zusammenarbeiten, aber wir müssen auch intensiv mit der sunnitischen Bevölkerung vor Ort in Syrien zusammenarbeiten, um einen Aufstand zu organisieren“, erklärte Kent.
Er fügte hinzu: „Und genau daraus ist der IS entstanden. Wir haben direkt mit Al-Qaida zusammengearbeitet; Hillary Clintons E-Mails bestätigen dies. Bei den Operationen zur Unterstützung der sogenannten Freien Syrischen Armee gab es zwar einige gemäßigte Kräfte, doch die effektivsten Kämpfer waren zunächst Al-Qaida und später schließlich der IS.“
Kent zufolge sei die Situation letztlich „außer Kontrolle geraten“. Die USA hätten später in den Konflikt zurückkehren müssen, um „das von uns selbst entfachte Feuer wieder zu löschen“. Damit spielte er auf die militärische Präsenz der USA in Teilen Syriens unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung an.
Die Entwicklungen mündeten schließlich Ende 2024 im Sturz der Assad-Regierung und der Machtübernahme durch islamistische Kräfte unter Führung von Hayat Tahrir al-Sham (HTS), einer aus Al-Qaida hervorgegangenen Gruppierung.
Scharfe Kritik übte Kent auch am heutigen syrischen Interimspräsidenten Ahmed al-Sharaa, einem ehemaligen HTS-Anführer. Er verwies auf dessen Vergangenheit innerhalb jihadistischer Netzwerke – trotz dessen habe die US-Regierung unter Trump seine Regierung als legitim anerkannt.
„Wir hatten ihn im Gefängnis; er schloss sich dem IS an, löste sich wieder davon, wurde von Ayman al-Zawahiri, der rechten Hand von Osama bin Laden, persönlich ausgewählt, um die Nusra-Front zu führen, und dann änderten sie einfach ihren Namen“, sagte Kent.
Er ergänzte: „Der beste Weg für einen Dschihadisten, die Amerikaner zu täuschen, ist, einfach einen Anzug anzuziehen.“
