Weil die britische Regierung keine Mindestabnahmepreise garantieren will, steigt EnBW aus zwei Offshore-Projekten aus. Der Konzern musste nun 1,2 Milliarden Euro abschreiben, die bereits investiert wurden.
Ohne fixe Mindestabnahmepreise für den Flatterstrom aus Windkraftwerken lohnt sich ein Investment dort nicht. Dies zeigt der Ausstieg von EnBW aus den britischen Offshore-Windparkprojekten Mona und Morgan in der Irischen See. Das Unternehmen hat bereits enorme Summen in die Projektierung gesteckt, zieht sich nun jedoch davon zurück. 1,2 Milliarden Euro wurden deshalb im Jahresabschluss 2025 abgeschrieben.
Weil man keine staatliche Förderung über Differenzverträge von der britischen Regierung erhielt, stieg EnBW – welches mit dem Partner Jera Nex BP an der Auktion teilnahm – aus den Projekten aus. Aus Unternehmenssicht gibt es so nämlich keine kalkulierbare Erlösbasis und damit rentiert sich der Betrieb der Anlagen nicht mehr.
Die hohen Projektierungskosten, welche der Energiekonzern nun abgeschrieben hat, resultieren aus Investitionen in Flächensicherung, Umweltgutachten, Netzanschlusskonzepte und die allgemeine Projektentwicklung. Das Kapital ist damit verloren, weil all dies jetzt nutzlos ist. Ohne diese staatlichen Subventionen (welche sich unter anderem RWE sichern konnte) lohnt sich das Windkraft-Geschäft nämlich kaum. Denn bei Überproduktion fällt der Marktpreis schon mal in den negativen Bereich und bei Dunkelflaute und hohen Marktpreisen produziert man keinen Strom.
Die Abschreibungen belasten das Konzernergebnis, wodurch auch die Kunden in Deutschland über kurz oder lang die Auswirkungen zu spüren bekommen werden. EnBW verfügt wegen dieses Verlusts über weniger Kapital für Investitionen, was auch den Druck auf Preise, Netzentgelte und langfristige Kalkulationen erhöht.
Dieses Beispiel verdeutlicht wieder einmal, dass solche Windkraftprojekte am Ende immer zulasten der Stromkonsumenten bzw. der Steuerzahler gehen. Während die Energiekonzerne sich mit (vom Steuerzahler subventionierten) Mindestabnahmepreisen eine Mindestrendite sichern, kassieren sie bei höheren Marktpreisen von den Stromkonsumenten zusätzlich ab. Und in diesem speziellen Fall werden die EnBW-Kunden über Umwege den Milliardenverlust auch wieder ausgleichen müssen.
Windkraft-Fiasko: Milliardenabschreibung! EnBW steigt aus Offshore-Projekten aus
