25. Juni 2026

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Was Ein Erdbeben 1872 Unter Dem Vogtland-Moor Freilegte — Und Niemand Ausgraben Wollte

 

Im Winter 1872 ordnete ein Erdbebenschwarm im Vogtland das Wasser auf dem Land neu. Der Boden senkte sich und öffnete unter einem Hochmoor einen Abfluss; innerhalb weniger Tage lief das Moor in die Spalte und legte einen Boden aus schwarzem Torf frei, den nie ein lebender Mensch gesehen hatte. Und als der Schlamm trocknete, stieg etwas daraus hervor, das niemand erwartet hatte — kein versunkenes Holz, sondern eine Mauer aus behauenem Stein mit einer Öffnung von fast dreieinhalb Metern bis zum Sturz, in Proportionen, die nicht für einen menschlichen Körper gebaut waren. Dahinter ein Korridor aus gleichen Öffnungen, und zwischen den Ebenen Stufen, deren Höhe kein gewöhnlicher Schritt erreichte. Innerhalb einer Saison kehrte das Moor zurück, der Abfluss verschlammte, und das Wasser schloss sich erneut über dem Stein.

Was vom Bauwerk bekannt ist, überlebte nur, weil der Landvermesser Josef Renner die Zahlen nicht aus seinem Tagebuch lassen konnte — die Türhöhe, den Abstand der Stufen, die Maße der fugenlos gefügten Blöcke, in derselben nüchternen Handschrift wie seine Grundstücksgrenzen, mit einer Skizze, auf der ein gezeichneter Mann nur bis zur Mitte der Öffnung reicht. Der Regionalhistoriker Harald Peil fügte Renners Tagebuch, die Dorfberichte und die Geologie der Vogtland-Störungszone zusammen und kam zu dem Schluss, dass die Mauer nur das oberste Stockwerk eines weit größeren Bauwerks war, das nach unten ins Niederland abstieg — und verbrachte seine letzten Jahre damit, vergeblich eine erneute Trockenlegung zu erbitten. Keine Antwort war ein Leugnen der Mauer. Es waren Gründe, nicht nachzuschauen.