31. August 2025

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Ramelow gegen “Einigkeit und Recht und Freiheit” – Brecht statt Bundesrepublik

 

Wenn Linke von einem “besseren Deutschland” träumen, sollte man sehr genau hinhören. Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow will nicht nur eine neue Hymne, sondern gleich auch die Farben der Bundesflagge infrage stellen. Hinter dem harmlosen Anstrich von “Versöhnung” verbirgt sich ein ideologisches Projekt: die Umdeutung der Republik im Geiste Brechts und der sozialistischen Ideologie.

Bodo Ramelow, Linken-Politiker und Bundestagsvizepräsident, will nichts Geringeres als die Symbole der Bundesrepublik umstürzen. Flagge und Hymne sollen weg, Brecht und eine neue Farbpalette sollen her. Offiziell geht es natürlich um “Versöhnung” und “Einheit”, tatsächlich aber zeigt sich hier wieder einmal das tiefe Unbehagen vieler Linker mit allem, was Deutschland eigentlich ausmacht. Wo Schwarz-Rot-Gold und “Einigkeit und Recht und Freiheit” sind, da riecht es für einen Ramelow wohl zu sehr nach westdeutschem Bürgerstaat und zu wenig nach proletarischem Internationalismus.

Natürlich wählt der frühere Ministerpräsident Thüringens, der früher ein westdeutscher Gewerkschaftsfunktionär war, nicht irgendein Lied, sondern ausgerechnet die sogenannte “Kinderhymne” von Bertolt Brecht. Jener Brecht, der bekanntlich mit kommunistischen Diktaturen liebäugelte und in der DDR hofiert wurde. Dass die sogenannte Kinderhymne 1950 als direkte Reaktion auf Adenauers demonstrative Entscheidung entstand, bei einer Berliner Veranstaltung die dritte Strophe des Deutschlandliedes anzustimmen, passt ins Bild.

Brecht schrieb sein Gegenstück nicht als “neutrale” Alternative, sondern als linksideologisch gefärbte Kampfansage gegen das westdeutsche Staatsverständnis. Und genau dieser Geist soll jetzt, wenn es nach Ramelow geht, 75 Jahre später in die Bundesrepublik zurückkehren, diesmal nicht als linkes Protestlied, sondern als offizielles Staatssymbol.

Linker Hass gegen demokratische Werte?

Der Spin, den Ramelow dabei bemüht, ist altbekannt: Viele Ostdeutsche (meint er damit vielleicht die in der DDR aufgewachsene Seniorenriege seiner Partei?) könnten die Hymne nicht mitsingen, sie fühlten sich entfremdet. Der gleiche Ostdeutsche, der angeblich nicht mit Schwarz-Rot-Gold warm wird, hatte aber kein Problem mit derselben Fahne, als noch kommunistische Embleme darauf platziert waren. Was hier wirklich aufscheint, ist nicht Volkswille, sondern die Sehnsucht eines Linken-Politikers nach einer symbolischen Neugründung.

Man könnte fast meinen, Ramelow greife hier in die Argumentationskiste der Reichsbürger – nur dass die Grundgesetzkritik diesmal nicht von rechts, sondern von links kommt. Während man den rechten Staatsleugnern vorwirft, die Bundesrepublik nicht anerkennen zu wollen, fabuliert nun ein Linken-Politiker über eine neue Verfassung, eine neue Hymne und gleich auch neue Farben. Der Unterschied: Statt Schwarz-Weiß-Rot träumt Ramelow vielleicht mehr von Brecht und roten Bannern. Ein “besseres Deutschland” soll da blühen, wie es in Brechts Text heißt. Man fragt sich nur: Besser für wen?

Es ist geradezu grotesk, wenn ein (übrigens im Westen sozialisierter) Linker davon schwadroniert, Schwarz-Rot-Gold sei zwar eine Absage an totalitäre Strukturen, viele Menschen würden jedoch mit der Fahne “fremdeln”. Dabei waren es genau diese Farben, die 1848 für Freiheit und Bürgerrechte standen – etwas, das Kommunisten damals wie heute nicht sonderlich interessierte. Augenscheinlich hat Ramelow kein Problem mit Symbolen an sich, sondern mit Symbolen, die nicht aus der Feder eines Marxisten stammen. Brechts Hymne passt besser in die rot getünchte Traumwelt, in der Deutschland endlich die Nation ablegt und sich in eine Art sozialistischen Vielvölkerstaat verwandelt.

Der eigentliche Skandal liegt jedoch darin, dass ein Bundestagsvizepräsident überhaupt die Axt an die Grundsymbole der Republik legt. Wer Hymne und Fahne infrage stellt, der stellt letztlich auch den Staat infrage, für den sie stehen. Es geht nicht um einen harmlosen Kulturvorschlag, sondern um einen ideologischen Angriff auf die Identität Deutschlands. Dass ausgerechnet ein Spitzenpolitiker der Linken, jener Partei, die aus der Mauermörderpartei SED hervorging, nun Hymne und Flagge umschreiben will, ist bezeichnend.

Ramelow faselt zwar von einem “besseren Deutschland”, erklärt aber nicht, welches “bessere” System er meint. Soll es wieder eines mit Mauern, Stacheldraht und Schießbefehl sein? Was soll sich in der Bundesrepublik noch ändern? Vielleicht sollen sich Union, SPD, Grüne und Linke ja gleich (wieder) in einer sozialistischen Einheitspartei zusammenschließen. Die Anfänge sind mit dem bestehenden unter Ausgrenzeritis gegenüber der AfD leidenden Parteienkartell ohnehin schon gemacht. Und dann kommt vielleicht noch eine Verfassung für die “Sozialistische Republik Deutschland” hinterher, welche das bestehende Grundgesetz ablösen soll?

 

Ramelow gegen “Einigkeit und Recht und Freiheit” – Brecht statt Bundesrepublik