4. März 2026

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Oman: Skandal bei „Camel Beauty Show“ – 20 Kamele wegen Botox & Fillern disqualifiziert

 

Nicht nur bei Menschen boomen Schönheitseingriffe: In islamischen Ländern werden auch Tiere nach den Vorstellungen ihrer Halter “aufgehübscht”. Beim Camel Beauty Show Festival 2026 im omanischen Al Musanaa wurden gerade etwa 20 Kamele disqualifiziert. Grund waren verbotene kosmetische Eingriffe.

In der Golfregion gehören Kamel-Schönheitswettbewerbe seit Jahrzehnten zu den prestigeträchtigsten und lukrativsten Veranstaltungen der traditionellen Zuchtszene. Hohe sechs- bis siebenstellige Preisgelder, wertvolle Zuchtrechte und enormes gesellschaftliches Ansehen stehen auf dem Spiel. Bewertet werden  Fell, Hals, Kopf und Höcker der Tiere. Die Preisrichter achten auf glänzendes Fell mit klar definierter Farbe, Gesichtssymmetrie, Lippenfülle, Halskrümmung, Kopfgröße sowie einen wohlgeformten Höcker.

Genau diese Merkmale versuchten einige Züchter offenbar künstlich zu optimieren: Hyaluronsäure und Filler für prallere Lippen, Botox zur Glättung und Entspannung der Gesichtsmuskulatur, Silikon oder ähnliche Substanzen zur optischen Vergrößerung des Höckers oder zur Modellierung der Nase sowie Hormone zur Förderung von Muskelmasse und Definition.

Die Organisatoren verfolgen eine strikte Null-Toleranz-Politik gegenüber solchen Manipulationen: Wer erwischt wird, verliert nicht nur die Chance auf den Sieg, sondern riskiert oft auch hohe Strafen und Ausschluss von zukünftigen Wettbewerben. Die Anwendung kosmetischer Substanzen wie Botox, Hyaluronsäure, Hautfüller, Silikon und Hormone bei Kamelen birgt erhebliche Risiken für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere. Die Eingriffe können Schmerzen an den Injektionsstellen, Infektionen, Schwellungen, Blutergüsse, Gewebenekrosen und Abszessbildung auslösen.

Der aktuelle Fall reiht sich in eine absurde Tradition ein: 2018 disqualifizierte Saudi-Arabien bereits 12 Kamele wegen Botox. Beim King Abdulaziz Camel Festival 2021 traf es sogar über 40 Tiere – bis heute der Rekord. In der Hoffnung, das perfekte Show-Kamel zu präsentieren, riskieren einige Züchter wohl alles.

Im Westen sorgen diese Schlagzeilen aus den islamischen Ländern für Kopfschütteln. In den sozialen Netzen geht angesichts der Lage im Iran aktuell ein alter Clip von Ayatollah Mohammad al-Shirazi viral, in dem dieser Frauen mit Tieren gleichsetzt: Sie wären nach islamischer Lehre wie Kühe oder Schafe und nur von Gott geschaffen worden, um von Männern benutzt zu werden. Wenigstens zwingt man Kamele nicht unter Burkas – doch wie Lebewesen zum Mittel zum Zweck degradiert werden, sollte nachdenklich stimmen.