30. August 2025

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Mitsubishi schmeißt Offshore-Windpläne über Bord

 

Mitsubishi hat den Stecker gezogen: Drei Offshore-Windprojekte in Japan werden nicht weiterverfolgt. Corona-Lockdowns, die Ukraine-Krise, eine hohe Inflation, ein schwacher Yen und das Lieferkettenchaos haben aus den ganzen Plänen einen wirtschaftlichen Albtraum gemacht. Selbst ein Konzerngigant erkennt nun die Grenzen grüner Ideologie, wenn sie auf die nackte Realität trifft.

Mitsubishi zieht bei seinen Offshore-Windambitionen nun die Notbremse. Drei Projekte in japanischen Gewässern, die seit Dezember 2021 offiziell in der Pipeline lagen, werden endgültig ad acta gelegt. Was als Vision begann, ist im Angesicht der Realität zu einer teuren Illusion verkommen. Inflation, schwankender Yen, Lieferkettenprobleme, steigende Zinsen – all dies hat nun das Herzstück von Mitsubishis “grünem Traum” zerfressen. Nach sorgfältiger Prüfung von Kosten, Zeitplänen und Einnahmen konnte kein tragfähiger Plan gefunden werden.

Was in Japan passiert, ist kein Einzelfall. Offshore-Wind ist weltweit unter Druck geraten. Ørsted, der Branchenprimus, warnt bereits seit Monaten vor einer immer härteren Wirklichkeit: steigende Kosten, geopolitische Unwägbarkeiten und die wirtschaftliche Realität der hohen Subventionsabhängigkeit lassen immer mehr solcher Projekte scheitern. In den USA legte das Bureau of Ocean Energy Management (BOEM) kürzlich ein Projekt still, das schon zu 80 Prozent fertiggestellt war – eine klare Botschaft: Auch in westlichen Gefilden ist Offshore-Wind längst kein Selbstläufer mehr.

Und was sagt Mitsubishi? “Ein tragfähiger Geschäftsplan unter den aktuellen Bedingungen ist nicht machbar”, heißt es in der offiziellen Mitteilung. Diese nüchterne Realität entlarvt die grüne Euphorie als das, was sie oft ist: Wunschdenken. Japan mag stolz auf seine technologischen Errungenschaften sein, doch die Energiewende nach westlichem Vorbild – teuer und ideologisch getrieben – stößt nun auch im Land der aufgehenden Sonne auf die unverrückbaren Gesetze von Markt und Physik.

Die Corona-Lockdowns haben die globalen Märkte bereits durcheinandergebracht, der Ukrainekrieg weitere Lieferketten zerrissen, Inflation und Zinsanstieg setzen vor allem jene Unternehmen unter Druck, die mit idealistischen Investitionsplänen jonglierten und auf staatliche Rückendeckung hofften. Der Fall Mitsubishi offenbart eine wichtige Lektion: Ideologische Energiepolitik trifft in der Realität auf harte Grenzen, und Visionen allein erwirtschaften keine Dividenden.

Für die Offshore-Windbranche ist dies ein weiterer Warnschuss. Projekte, die sich nach grüner Glorie anhören, sind in Wahrheit fragile Konstrukte, abhängig von staatlicher Unterstützung, globalen Lieferketten und den immer unberechenbareren Spielregeln des Weltmarktes. Wenn selbst Giganten wie Mitsubishi kapitulieren, weil die Realität sich einfach nicht dem Wunschdenken anpassen will – wie wollen die Netto-Null-Fanatiker ihre dystopischen Ziele dann umsetzen?

 

Mitsubishi schmeißt Offshore-Windpläne über Bord