10. Februar 2026

ddbnews.org

produced by ae-radiostation.com

Leaks zeigen: Wie Gates und Epstein laut Dokumenten Einfluss auf die Wissenschaft nahmen

 

Ein brisanter Thread, gestützt auf geleakte Dokumente und E-Mails, erhebt schwere Vorwürfe gegen ein Netzwerk aus Milliardären, Beratern und wissenschaftlichen Plattformen: Bill Gates und Jeffrey Epstein sollen demnach nicht nur „Wissenschaft gefördert“, sondern gezielt Einfluss darauf genommen haben, welche Forschung sichtbar wird, welche Narrative sich durchsetzen – und welche verschwinden. Im Zentrum steht eine Plattform, die Millionen Wissenschaftler weltweit nutzen: ResearchGate.

Eine Plattform mit Macht über Sichtbarkeit

ResearchGate gilt als soziales Netzwerk für Wissenschaftler – vergleichbar mit Facebook oder LinkedIn, jedoch spezialisiert auf Forschung. Über 25 Millionen Nutzer teilen dort Publikationen, oft vollständige PDFs, vernetzen sich, diskutieren und kooperieren. Nach außen erscheint die Plattform als kostenloses Hilfsmittel für den wissenschaftlichen Austausch. Interne Unterlagen zeichnen jedoch ein anderes Bild: ResearchGate wurde als profitorientiertes Geschäftsmodell aufgebaut – mit dem Ziel, aus der Aufmerksamkeit und Arbeit von Wissenschaftlern Kapital zu schlagen.

Gates’ Investment – kein reines Mäzenatentum

2013 investierte Bill Gates rund 10 Millionen US-Dollar in ResearchGate. Laut den geleakten Dokumenten war dies kein philanthropischer Akt, sondern eine strategische Wette auf eine digitale Plattform – ähnlich einem frühen Einstieg bei LinkedIn, nur eben für die Wissenschaft. Entscheidend: Verträge sollen persönliche finanzielle Vorteile für Gates’ Umfeld an die steigende Bewertung des Unternehmens geknüpft haben. Je größer ResearchGate wurde, desto höher die potenziellen Auszahlungen.

Epstein im Informationskreis

Besonders brisant sind E-Mails, in denen Boris Nikolić, langjähriger wissenschaftlicher Berater von Bill Gates, Jeffrey Epstein regelmäßig über interne Entwicklungen bei ResearchGate informierte. Darunter: Hinweise auf geplante Finanzierungsrunden, Bewertungen und mediale Berichterstattung. Die Kommunikation wirkt laut Thread nicht beiläufig, sondern gezielt: positive Presse, steigende Nutzerzahlen und „Durchbrüche“ wurden hervorgehoben, um Momentum und Bewertung zu steigern. Warum ein bereits verurteilter Sexualstraftäter in solche internen Vorgänge eingebunden war, bleibt offen – wirft aber erhebliche Fragen auf.

Die Monetarisierung der Wissenschaft

Interne Geschäftspläne zeigen, wie ResearchGate Erlöse erzielen wollte:
– gezielte Werbung von Pharma- und Laborfirmen,
– Jobbörsen und Recruiting,
– Premium-Abos für Universitäten und Forscher,
– perspektivisch ein Marktplatz für Produkte und Dienstleistungen.

Zentral dabei sind Algorithmen, die bestimmen, welche Studien sichtbar sind, welche zuerst erscheinen – und welche kaum Beachtung finden. Kritiker sehen hierin ein mächtiges Instrument: Wer die Plattform kontrolliert, kann Forschungsrichtungen indirekt fördern oder ausbremsen.

Druck auf wissenschaftliche Verlage

ResearchGate wurde zudem zum Machtfaktor gegenüber großen Wissenschaftsverlagen. Millionen frei zugänglicher PDFs unterliefen kostenpflichtige Paywalls. Verlage wie Elsevier oder die American Chemical Society klagten jahrelang wegen Urheberrechtsverletzungen – bis es 2023 zu Vergleichen kam. Inzwischen kooperieren mehrere Verlage mit ResearchGate. Die These des Threads: Wer den Verteilkanal kontrolliert, zwingt selbst etablierte Gatekeeper zur Anpassung.

Ein zweites Machtzentrum: „Integritäts“-Institutionen

Der Thread weitet den Blick auf weitere Akteure. Die Milliardäre John und Laura Arnold sollen über ihre Stiftung Millionen in Organisationen investiert haben, die sich der wissenschaftlichen Integrität widmen – darunter das Center for Open Science, Retraction Watch und PubPeer. Kritiker werfen diesen Strukturen vor, selektiv vorzugehen: Außenseiter würden öffentlich markiert und diskreditiert, während gut vernetzte Akteure geschützt blieben. Besonders scharf kritisiert wird ein angebliches Netzwerk, das über Retractions, anonyme Kommentare und mediale Begleitung Karrieren zerstören könne.

Ein Muster der Einflussnahme?

Zusammengeführt ergibt sich ein Muster:
Plattformkontrolle (ResearchGate) steuert Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit.
„Integritäts“-Institutionen regulieren, was als akzeptable Wissenschaft gilt.
– Beides zusammen ermögliche eine subtile, kaum sichtbare Lenkung wissenschaftlicher Diskurse – ohne offene Zensur.

Offene Fragen statt endgültiger Urteile

Die im Thread erhobenen Vorwürfe sind schwerwiegend und verlangen nach unabhängiger Überprüfung. Belegt ist die Existenz von Investitionen, Plattformmacht und personellen Verflechtungen. Ob daraus jedoch gezielte Manipulation wissenschaftlicher Wahrheiten folgt, bleibt Gegenstand der Debatte.

Fest steht: Wissenschaftliche Infrastruktur ist Machtinfrastruktur. Wer Plattformen, Sichtbarkeit und Bewertungsmechanismen kontrolliert, beeinflusst nicht nur Karrieren – sondern auch, was als gesichertes Wissen gilt. Genau diese Machtfrage rückt der Thread ins Zentrum.

 

 

Leaks zeigen: Wie Gates und Epstein laut Dokumenten Einfluss auf die Wissenschaft nahmen