Warum existieren vierzig Kilometer Tunnel unter deutschen Städten auf keiner einzigen Bundeskarte, obwohl die Stadtarchive sie seit dreihundert Jahren kennen? In diesem Dokumentarfilm rekonstruieren wir den Fall einer Rentnerin aus Oppenheim, deren Küchenboden über einem acht Meter tiefen Schacht einbrach, und decken auf, wie ein einziges Verschlussdokument des Bundesamts für Bevölkerungsschutz aus dem Jahr 2009 ganze unterirdische Strukturen verwaltungstechnisch verschwinden ließ.
Wir folgen drei Spuren: Erika Brandt in Oppenheim, dem tödlichen Einsturz von Ronald Petersen in Freiberg und dem entlassenen Geologen Doktor Martin Hauschild. Dabei stoßen wir auf ein paralleles militärisches Hohlraumkataster der Bundeswehr in Euskirchen, das seit 1962 jene Stollen, Erdställe und mittelalterlichen Kellerlabyrinthe geheim erfasst, die in der zivilen Verwaltung offiziell nicht existieren sollen. Sie erfahren, was die Anlage drei zur BBK-Risikoanalyse wirklich enthält, welche Rolle das zivile Verteidigungspaket ZIVPAKT aus dem Kalten Krieg dabei spielt und warum 374 deutsche Städte mit dokumentierten vormodernen Untergründen aus dem bundesweiten Risikoraster herausgefallen sind.
Eine Recherche zwischen Bürgervereinen mit Georadar, Akten unter Verschlusssache bis 2042 und einer Liste von sieben Städten, deren Reihenfolge alles andere als zufällig ist.
