Kit Knightly
Gestern hat das US-Repräsentantenhaus still und leise ein Bündel sogenannter „digitaler Schutzmaßnahmen“ verabschiedet, das gemeinsam als Kids Internet and Digital Safety Act (KIDS Act) bezeichnet wird.
Sie haben wahrscheinlich nichts davon gehört, weil sich die US-Nachrichten auf andere Themen konzentrierten – etwa darauf, dass der Oberste Gerichtshof sich weigerte, das Zivilurteil zu überprüfen, wonach Donald Trump E. Jean Carroll sexuell missbraucht haben soll, oder darauf, dass Briefwahlstimmen auch dann weitergezählt werden, wenn sie erst nach dem Wahltag eintreffen.
Wie so oft wurden die wirklich wichtigen Nachrichten hinter Dingen begraben, die nie passiert sind, und Dingen, die keine Rolle spielen.
Was steckt also im US-Gesetz zur Online-Sicherheit?
Offensichtlich dieselben Dinge wie in den entsprechenden Gesetzen aller anderen Länder.
Hier eine digitale Identität, dort eine Altersverifizierung.
Das Gesetz ist im Wesentlichen ein Paket aus Klauseln und Abschnitten anderer Gesetze, darunter:
- Kids Online Safety Act (KOSA)
- Children and Teens’ Online Privacy Protection Act (COPPA 2.0)
- Shielding Children’s Retinas from Egregious Exposure on the Net (SCREEN) Act
- Safeguarding Adolescents from Exploitative (SAFE) Bots Act
- Safer Guarding of Adolescents from Malicious Interactions on Network Games (GAMING) Act
Nebenbemerkung: Ich hasse die Namenskonventionen für US-Gesetze und den Zwang, krampfhafte Akronyme zu bilden.
Wer sich mit den Einzelheiten befassen möchte, findet hier eine gute Zusammenfassung.
Die unangenehme Wahrheit ist jedoch, dass die Details eigentlich keine Rolle spielen. Wie wir bereits in Spanien, Großbritannien, Australien, Kanada und anderen Ländern gesehen haben, mögen sich die konkreten Maßnahmen und Vorschriften äußerlich unterscheiden – am Ende haben sie jedoch alle eine entscheidende Gemeinsamkeit:
Der einzige Weg, sie durchzusetzen, ist die Altersverifizierung.
Das gilt für Verbote sozialer Medien ebenso wie für Bildschirmzeitbegrenzungen, Ausnahmen bei Algorithmen, das Abschalten des endlosen Scrollens, Nacktheitsfilter oder jede andere Maßnahme.
Unabhängig davon, was im KIDS Act enthalten ist oder nicht – damit das Gesetz funktioniert, müssen Sie Ihr Alter mittels biometrischer Daten oder einer digitalen Identität nachweisen.
Genau wie überall sonst.
Das Gesetz wurde im Repräsentantenhaus mit Unterstützung beider Parteien verabschiedet. Wahrscheinlich wird es auch den Senat passieren. Sollte das nicht geschehen, wird dies vermutlich als „Sieg für einen schlanken Staat“ gefeiert werden – und die einzelnen Bundesstaaten werden einfach ihre eigenen Gesetze verabschieden. Viele haben das bereits getan.
Und so wird Trumps MAGA-Amerika plötzlich genauso wie die „liberalen“ Länder, die er verachtet und die behaupten, ihn zu verachten.
Merkwürdig.
Hier kommt der KIDS Act: Die USA treten dem „Altersverifizierungs“-Club bei
