Die Vereinigten Staaten gelten als reichstes Land der Welt. Doch ausgerechnet dort offenbart sich eine Gesundheitskrise, die Experten mit den Zuständen in Kriegsgebieten vergleichen. Der Bundesstaat Mississippi hat offiziell den Gesundheits-Notstand ausgerufen – wegen einer explodierenden Säuglingssterblichkeit.
Zahlen wie aus einer Krisenregion
Laut den jüngsten Daten liegt die Säuglingssterblichkeitsrate in Mississippi sogar höher als in der kriegszerrütteten Ukraine. Mehr als 3.500 Babys sind seit 2014 vor ihrem ersten Geburtstag gestorben – ein Wert, der für ein hoch entwickeltes Industrieland unfassbar wirkt.
Besonders dramatisch sind die Zahlen für schwarze Familien: 15,2 Todesfälle pro 1.000 Geburten, mehr als das Doppelte des nationalen Durchschnitts. Auch hispanische Familien sind überdurchschnittlich betroffen.
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Während die USA als Ganzes ihre Kindersterblichkeit in den letzten vier Jahrzehnten nahezu halbieren konnten – von 10,9 % im Jahr 1983 auf 5,6 % im Jahr 2023 –, gilt dieser Fortschritt nicht für alle Bundesstaaten. In 20 Staaten sterben weiterhin mehr als sechs Säuglinge pro 1.000 Geburten – Mississippi führt diese traurige Statistik an.
Ursachenforschung im Blindflug
Die Gesundheitsbehörde Mississippis spricht von der „höchsten Säuglingssterblichkeit seit über einem Jahrzehnt“. Offiziell wird auf Armut, mangelnde medizinische Versorgung und ungleiche soziale Strukturen verwiesen. Doch die wahren Ursachen bleiben im Dunkeln.
Besonders brisant: Während Milliarden an Steuergeldern in Kriege und internationale Projekte fließen, fehlt es im eigenen Land an einer funktionierenden Grundversorgung für Mütter und Babys.
Systemversagen mit tödlichen Folgen
Die Krise in Mississippi ist mehr als ein lokales Problem – sie offenbart das Systemversagen des US-Gesundheitswesens. Ein Land, das in Militär und Bankenrettungen Unsummen investiert, lässt seine schwächsten Bürger im Stich: Neugeborene, die keine Chance auf ihr erstes Lebensjahr haben.
Die Notlage in Mississippi stellt die USA vor eine unbequeme Wahrheit: Wie glaubwürdig ist eine Nation, die Demokratie und Menschenrechte exportieren will, während sie im eigenen Land eine Kindersterblichkeit wie in Kriegszonen duldet?
Gesundheits-Notstand in den USA – schlimmer als in der Ukraine