4. Mai 2026

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Experten flehen: „Schaltet eure Photovoltaik-Anlagen ab!“

 

Teurer Solarspaß auf Steuerzahlerkosten: Wenn es zu viel ist, muss der Strom gegen Abnahmegebühr verschenkt werden

Fünf Millionen Photovoltaik-Anlagen gibt es in Deutschland. Und jeden Tag kommen 3000 neue dazu. Doch jetzt könnten es zu viele Anlagen sein. Experten raten an Sonn- und Feiertagen: „Schaltet eure Photovoltaik-Anlagen ab!“

Es ist 1. Mai! Und außer der Sonne für die Solarzellen arbeitet heute kaum jemand – keine stromhungrige Industrie, Bäcker haben zu, viele Büros sind leer, Computer aus. Heißt: Es nehmen zu wenige Stellen die Masse an Sonnenstrom ab. Und Deutschland muss ihn teuer loswerden.

Prof. Lion Hirth (41) fordert alle 5 Mio. Solarzellen-Besitzer auf, ihre Systeme bis Montag auszuschalten

Prof. Lion Hirth (41) fordert alle 5 Mio. Solarzellen-Besitzer auf, ihre Systeme bis Montag auszuschalten

Foto: Hertie School

Energieökonom Prof. Lion Hirth (41, Hertie-School) fordert deshalb bei LinkedIn: „Wenn ihr etwas Gutes für die Versorgungssicherheit, die Energiewende und den Bundeshaushalt tun wollt, dann schaltet eure PV-Anlage ab.“ Und da es ein langes Wochenende ist, soll das Ausschalten in die Verlängerung gehen: „Ehrlich gesagt, am besten gleich bis Montag auslassen“, schiebt Hirth nach.

Experte rät, selbst aktiv zu werden

Auch Philipp Schröder (41), Ex-Tesla-Chef und jetzt CEO des Ökostromanbieters 1Komma5° warnt davor, dass mehr Strom ins Netz eingespeist wird als abgenommen werden kann. Er rät dazu, Steuerbox und Smart Meter anzuschaffen, um die Anlagen automatisch drosseln zu können. Denn: „Viele kleine PV-Anlagen lassen sich nicht vom Netzbetreiber abschalten, deswegen am besten selbst aktiv werden.“

Gut zu sehen: Der Ausschlag nach unten der Linie, die den Börsenstrompreis zeigt: In dieser Zeit (gegen 14 Uhr am 1. Mai) ist es besonders teuer, produzierten Strom loszuwerden

Gut zu sehen: Der Ausschlag nach unten der Linie, die den Börsenstrompreis zeigt: In dieser Zeit (gegen 14 Uhr am 1. Mai) ist es besonders teuer, produzierten Strom loszuwerden

Foto: energy-charts.info

Die Experten sind sich einig: Deutschland hat kein Stromproblem. Deutschland hat ein Flexibilitätsproblem! Die Folge: An Tagen wie diesem kann kaum jemand eingreifen. Der Strom flutet die Netze.

Laut dem Online-Wirtschaftsmagazin „Cleanthinking.de“ zeigt der Intraday-Markt für den 1. Mai einen Strompreis von minus 855 Euro pro Megawattstunde an. Was ein Rekord sein dürfte. Aber: Der Negativpreis ist bei 500 Euro gedeckelt, landete laut Energie Charts am 1. Mai bei exakt 499,99 Euro pro Megawattstunde (1 Megawattstunde = 1000 Kilowattstunden).

Was bedeutet das? Um den überflüssigen Strom abgenommen zu bekommen, um die Netze nicht zu überlasten, wird pro Kilowattstunde 49,9 Cent Prämie bezahlt.

Heißt: Ausländische Energieversorger haben deshalb am 1. Mai den deutschen Strom nicht nur gratis bekommen, sondern obendrauf noch bis zu 49,9 Cent je abgenommener Kilowattstunde. Österreich und die Schweiz pumpen mit dem bezuschussten deutschen Strom Wasser in ihre Speicherbecken. Später, wenn wir ihn brauchen, verkaufen sie dank ihrer Pumpspeicherkraftwerke denselben Strom wieder teuer zurück.

 

 

https://www.bild.de/politik/inland/strom-flutet-netze-experten-raten-solar-anlagen-abzuschalten-69f47ccace673f8cd2abb2d5