Der ehemalige CIA-Analyst Larry Johnson zeichnet ein düsteres Bild der langfristigen Folgen des Krieges gegen Iran – und stellt die globale Rolle der USA grundsätzlich infrage.
Seine zentrale These: Der größte Schaden ist nicht militärisch, sondern geopolitisch.
Während viele nur auf kurzfristige Entwicklungen schauen, sieht Johnson eine tiefere Verschiebung:
Der Mythos der unantastbaren militärischen Überlegenheit der USA beginne zu bröckeln.
Iran habe es gewagt, die USA herauszufordern – und vor allem: nicht zusammenzubrechen.
Johnson vergleicht die Situation mit einem Boxkampf:
Ein vermeintlich unterlegener Gegner steigt gegen einen Profi in den Ring – und steht nach 15 Runden immer noch. Angeschlagen, aber nicht besiegt.
Genau das sei der Wendepunkt.
Denn dieser Umstand zwinge vor allem die Golfstaaten zum Umdenken.
Jahrzehntelang hätten sie sich an die USA gebunden – politisch, militärisch und finanziell. Doch wenn Washington nicht mehr in der Lage ist, einen Gegner wie Iran schnell zu dominieren, gerät dieses Vertrauen ins Wanken.
Die Konsequenz: Eine mögliche geopolitische Neuorientierung.
Laut Johnson könnten sich viele Staaten künftig stärker an China und Russland orientieren – insbesondere im Rahmen von BRICS und dem sogenannten Globalen Süden.
Gleichzeitig profitieren genau diese Akteure bereits jetzt:
- Russland stärkt seine Position durch steigende Ölpreise
- China gewinnt strategischen Spielraum, etwa in Richtung Taiwan
- Die USA hingegen sehen ihre militärischen Ressourcen weltweit zunehmend überdehnt
Johnson geht davon aus, dass der Konflikt mindestens sechs Monate dauern könnte – lang genug, um diese Verschiebungen dauerhaft zu verankern.
Besonders kritisch: Der Imageschaden für die USA.
Die bisherige Annahme, dass niemand es wagen würde, sich militärisch gegen Washington zu stellen, könnte durch diesen Krieg endgültig widerlegt werden.
Fazit:
Wenn Iran standhält, verändert sich nicht nur der Ausgang eines Krieges –
sondern möglicherweise die gesamte globale Machtarchitektur.
Ex-CIA-Analyst Larry Johnson: Iran-Krieg könnte globale Machtordnung kippen
