31. August 2025

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Die Rückeroberung der Schönheit: Trump will Bundesgebäude inspirierend machen

 

Amerikas Städte werden immer mehr von grauen Betonklötzen dominiert, die weder Schönheit noch Identität ausstrahlen. Donald Trump schlägt nun einen radikalen Kurswechsel ein: Klassische Architektur soll Bundesgebäude wieder würdig, inspirierend und erkennbar machen. Ein Vorstoß, der nicht nur Amerika betrifft – Deutschland und Österreich könnten davon nur träumen.

Während die westliche Welt sich immer schneller in eine dystopische Betonwüste verwandelt, in der jedes moderne Gebäude mehr Schrecken als Schönheit verbreitet, wagt Donald Trump einen kulturpolitischen Vorstoß: Er will Amerikas öffentliche Architektur wieder schön machen. Er unterzeichnete das Dekret mit dem klingenden Titel “Making Federal Architecture Beautiful Again“, welches klassische und traditionelle Baustile für Bundesgebäude vorschreibt. Das ist ein klares Signal gegen die brutalen Betonklötze der Moderne, die seit den 1960er-Jahren das Stadtbild amerikanischer Städte verunstalten.

Trump argumentiert nicht nur mit Ästhetik, sondern mit Geschichte. Die amerikanischen Gründerväter hätten großen Wert auf die Schönheit der öffentlichen Architektur gelegt, schreibt er, Washington und Jefferson hätten Vorbilder aus Athen und Rom gewählt, um die Bürger zu inspirieren und den Gemeinsinn zu fördern. Über 150 Jahre sei dies der Standard gewesen, bevor Beton und “modernes” Architekturdesign die Oberhand gewannen. Wer heute durch Washingtons Regierungsviertel geht, sieht das Resultat: kantige, kalte Kolosse aus grauem Beton, die weder den Geist der Nation ehren noch die Menschen vor Ort erfreuen.

Schönheit soll inspirieren

Alle Bundesgebäude, insbesondere in Washington D.C., sollen künftig klassisch oder traditionell gestaltet werden, sofern nicht außergewöhnliche Umstände eine andere Architektur erfordern. Projekte ab 50 Millionen Dollar fallen unter die Regelung, während Infrastrukturprojekte ausgenommen sind. Brutalismus, dieser Liebling der Architekten der Nachkriegszeit, soll nun passé sein. Trump lässt keinen Zweifel: Die meisten Gebäude der 1960er bis 1990er Jahre seien “vom Publikum als unattraktiv empfunden worden”, und selbst die sogenannte Design Excellence des GSA habe ihr Ziel, Würde und Stabilität der Regierung durch Architektur sichtbar zu machen, verfehlt.

Der Vorstoß ist ein politisches Signal gegen die Selbstherrlichkeit der Architekten, die seit Jahrzehnten nach eigenen Regeln gebaut haben, ohne auf lokale Identität oder den Willen der Bürger zu achten. Viele Bundesbauten seien heute weder als öffentliche Gebäude erkennbar noch in irgendeiner Weise repräsentativ für jene Gesellschaft, der sie dienen sollen. Trump schlägt damit eine Brücke zwischen politischer Legitimität und kultureller Identität. Dies ist etwas, das in Europa, insbesondere in Deutschland und Österreich, kaum mehr vorstellbar ist, da Modernismus und städtebauliche Gleichschaltung längst zur Norm avanciert sind.

Dieser Schritt ist auch ein klarer Seitenhieb auf Joe Biden, der Trumps ähnliche Anordnung von 2020 zurücknahm. Trump lässt sich davon nicht beirren. Bereits im Januar hatte er ein Memorandum unterzeichnet, das die GSA anwies, Vorschläge zu unterbreiten, wie die Bundesarchitektur “schöner” gestaltet werden könne. Nun setzt er ein weiteres Zeichen: Schönheit ist kein Luxus, sondern Staatsaufgabe. In Washington wie in der gesamten Republik wird damit ein langer Kampf gegen die grauen Glas-und Betonmonolithen eröffnet.

Für Europa birgt Trumps Initiative eine provokative Inspiration. Wer einmal durch deutsche oder österreichische Innenstädte streift, erkennt, wie gnadenlos die Moderne Städte mit Funktionsbauten, Glasboxen und grauen Büroklötzen verunstaltet hat. Ein gezielter Vorstoß, klassische und traditionelle Architektur auch hier wieder zu fördern, könnte den öffentlichen Raum retten und eine kulturelle Renaissance einleiten, die mehr ist als Lippenbekenntnis oder Denkmalpflege.

 

Die Rückeroberung der Schönheit: Trump will Bundesgebäude inspirierend machen