5. Februar 2026

ddbnews.org

produced by ae-radiostation.com

Die Melt-Up-Falle: Warum Aktien steigen müssen, bis der Dollar bricht

 

Nick Giambruno

Der University of Michigan Consumer Sentiment Index ist eines der klarsten Fenster dafür, wie sich der durchschnittliche Amerikaner tatsächlich in Bezug auf die Wirtschaft fühlt.

Jeden Monat befragt die Universität Haushalte im ganzen Land und stellt einfache Fragen zu den persönlichen Finanzen, zu Jobaussichten, Inflation und Erwartungen für die Zukunft. Diese Antworten werden zu einer einzigen Zahl zusammengefasst, die die wirtschaftliche Stimmung der Bevölkerung widerspiegelt. Da dieser Index seit Jahrzehnten erhoben wird, bietet er einen langfristigen Realitätscheck für das Vertrauen auf Haushaltsebene.

Heute liegt der University of Michigan Consumer Sentiment Index nahe an historischen Tiefstständen – deutlich unter den Niveaus der Finanzkrise von 2008, des Dotcom-Crashs und sogar der tiefen Rezessionen der frühen 1990er- und 1980er-Jahre.

Wie kann es sein, dass die Bewertungen an den Aktienmärkten auf oder nahe historischen Höchstständen liegen, während der durchschnittliche Amerikaner so pessimistisch ist wie kaum je zuvor?

Dieser Widerspruch ist eine perfekte Illustration des finanziellen Zerrspiegel-Hauses – und der extremen Verzerrungen, die das unablässige Gelddrucken in das System gepumpt hat.

Wenn Fiatgeld ein unehrlicher Maßstab ist – und das ist es –, wie messen wir dann den Aktienmarkt korrekt?

Die beste Option ist, Werte in Gold zu messen, ehrlichem Geld, das kein Politiker willkürlich entwerten kann.

Wenn die Messung in Fiatgeld so ist, als würde man in einen Jahrmarkt-Zerrspiegel blicken, dann ist Gold ein Spiegel der Wahrheit. Und wenn wir den Aktienmarkt in Gold messen, wird diese Wahrheit klar sichtbar. Unten sehen Sie ein Diagramm des S&P 500, gemessen in Gold, zurückgehend bis 1950.

Durch die Gold-Linse betrachtet erzählt der Aktienmarkt eine völlig andere Geschichte als in Fiat-Begriffen – und dieses Diagramm macht das unmissverständlich deutlich.

Das Auffälligste an dem Diagramm ist das, was fehlt: ein nachhaltiger Aufwärtstrend. Der S&P 500 ist heute genauso viel Gold wert wie im Jahr 1995.

Trotz jahrzehntelanger nominaler Gewinne hat der Aktienmarkt diese Gewinne gemessen in Gold immer wieder wieder abgegeben. Mit anderen Worten: Der steigende Aktienmarkt war eher ein Spiegel der Währungsentwertung als realer Vermögensschöpfung.

Das hilft, die Diskrepanz im Kern des heutigen Marktes zu erklären. In Fiat-Begriffen erscheinen die Aktienkurse auf Rekordhöhen. In Gold-Begriffen – einer Einheit, die nicht gedruckt werden kann – sieht der Markt weit weniger außergewöhnlich aus.

Gemessen in Gold erreichten US-Aktien ihren Höhepunkt im Jahr 1999, als der S&P 500 etwas mehr als 164 Gramm Gold wert war. Heute ist der Index 43 Gramm wert – ein Rückgang von mehr als 73 % gegenüber dem Hoch von 1999.

Zuletzt erreichte der S&P 500 Ende 2021 ein Hoch von etwa 82 Gramm Gold. Heute liegt er bei rund 43 Gramm. Mit anderen Worten: Trotz des jüngsten Melt-Ups und obwohl der Aktienmarkt neue nominale Allzeithochs erreicht hat, ist der S&P 500 gemessen in Gold seit Ende 2021 um mehr als 47 % gefallen und befindet sich ungefähr auf dem Niveau von 1995.

Anders gesagt: Wenn wir den Aktienmarkt durch einen Spiegel der Wahrheit statt durch einen Zerrspiegel betrachten, wird klar, dass wir uns in einem tiefen Bärenmarkt befinden. Kein Wunder also, dass die Verbraucherstimmung nahe an einem Allzeittief liegt.

Trotz des nominalen Melt-Ups bei Aktien werden die meisten Amerikaner gemessen in realem, ehrlichem Geld ärmer – nicht reicher durch falsches staatliches Konfetti.

Ich erwarte, dass sich diese Dynamik – ein nominaler Aktien-Melt-Up bei gleichzeitiger Verarmung der Amerikaner – im Jahr 2026 beschleunigen wird. Ich erwarte, dass der Aktienmarkt weiter steigt und die Bewertungen noch absurder werden – aber ich erwarte, dass Gold noch schneller steigt.

Die Entwertung der Währung treibt diesen Trend an, und leider deuten alle Zeichen auf noch viel mehr davon im Jahr 2026 hin.

Deshalb ist die kommende Phase dieses Melt-Ups so gefährlich. Steigende Aktienkurse werden die Illusion von Wohlstand erzeugen, während der Dollar weiter an Kaufkraft verliert und reales Vermögen still und leise erodiert. Die meisten Investoren werden sich auf nominale Gewinne konzentrieren und übersehen, was tatsächlich unter der Oberfläche geschieht – bis es zu spät ist, um ruhig oder intelligent zu reagieren.

 

 

Die Melt-Up-Falle: Warum Aktien steigen müssen, bis der Dollar bricht