In dieser Dokumentation über die gesetzliche Rente analysieren wir, warum Sie künftig länger arbeiten sollen – für Menschen im Alter von 50 bis 70, die ein Leben lang eingezahlt haben: warum man Ihnen nicht nur die Rente mit 67 oder 70 zumutet, sondern im Kleingedruckten das Recht nimmt, nach 45 Jahren ohne Abschläge in den Ruhestand zu gehen.
Man sagt Ihnen, Sie seien versorgt – dass die Rente sicher sei, dass Sie ja eingezahlt haben, dass das System Sie auffängt. Das ist nicht ganz falsch. Aber es ist bei Weitem nicht die Wahrheit. Denn hinter dieser beruhigenden Erzählung verbirgt sich eine viel unbequemere Realität: Sie sollen länger arbeiten, mehr einzahlen – und am Ende weniger bekommen. Wer ein Leben lang jeden Morgen aufgestanden und 45 Jahre lang treu eingezahlt hat, dem sagt man jetzt, kurz vor dem Feierabend: Arbeiten Sie weiter. Und das ist kein Zufall, und es ist nicht Ihre Schuld. Es ist das Ergebnis von Entscheidungen, die getroffen wurden, lange bevor Sie in Rente gehen.
In dieser Doku analysieren wir, was ein arbeitender Mensch über sein Leben wirklich in dieses System einzahlt: bei einem normalen Lohn über 600 Euro im Monat, 45 Jahre lang – zusammen mehr als 300.000 Euro, der Gegenwert eines Hauses. Wir rechnen ehrlich durch, warum dieses Geld nicht für Sie aufgehoben wird, sondern im selben Moment wieder ausgezahlt wird: das Umlageverfahren. In den frühen 60er Jahren trugen noch sechs Beitragszahler einen Rentner, heute sind es nur noch zwei. Damit das aufgeht, schießt der Staat 2026 über 127 Milliarden Euro aus Steuern zu – ein Drittel aller Bundessteuereinnahmen.
Wir zeigen, wie es so weit kommen konnte, anhand von drei unbequemen Wahrheiten: warum das Umlageverfahren in seinem Aufbau einem Schneeballsystem gleicht, das nur trägt, solange unten genug Neue nachkommen; warum man das seit 40 Jahren bekannte Problem nicht reparierte, sondern von Wahl zu Wahl weiterreichte und sogar den eingebauten Schutzmechanismus immer wieder aussetzte; und warum die eigentliche Ungerechtigkeit im Kleingedruckten steht – die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren trifft ausgerechnet den, der am längsten eingezahlt hat.
Dazu kommt: Wer körperlich schwer gearbeitet hat, lebt laut Robert-Koch-Institut im Schnitt achteinhalb Jahre kürzer als ein Mann der obersten Einkommensgruppe – und gerade von ihm verlangt man, länger zu arbeiten.
Am Ende bleibt nur eine Frage:
Ist das alles nur ein Versäumnis – ein System, das man über die Jahre einfach hat laufen lassen –, oder ist es bequem, wenn der Mensch länger arbeitet, mehr zahlt und keine Fragen stellt?
In diesem Video:
warum Sie über 300.000 Euro in ein System einzahlen, das Ihr Geld nicht für Sie zurücklegt
weshalb heute nur noch zwei Beitragszahler einen Rentner tragen statt früher sechs
wie der Bundeszuschuss von 127 Milliarden Euro zeigt, dass das System sich nicht mehr selbst trägt
warum die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren den Treuesten zuerst trifft
weshalb längeres Arbeiten die ungerecht trifft, die ohnehin kürzer leben
wie Österreich mit denselben Menschen eine fast doppelt so hohe Durchschnittsrente schafft
