26. März 2026

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Der Russe war’s nicht: Ukrainische Drohne trifft Kraftwerk in Estland

 

Am Mittwoch traf eine Drohne einen Schornstein des Kraftwerks Auvere in Estland. Die Schlagzeilen waren perfekt: Der böse Russe musste dahinterstecken – ein potenzieller Angriff auf einen NATO-Staat! Inzwischen musste man jedoch einräumen: Die Drohne kam aus der Ukraine. Die wollte angeblich lediglich den russischen Hafen Ust-Luga treffen, der nur wenige Kilometer von der Grenze zum NATO-Gebiet entfernt liegt.

Der estnische Geheimdienst meldete am Mittwoch einen Drohneneinschlag um 3:43 Uhr Ortszeit am Schornstein des Kraftwerks Auvere nahe der russischen Grenze. Die Drohne drang demnach aus dem russischen Luftraum in den estnischen Luftraum ein. Die Folge waren solche Schlagzeilen im deutschen Mainstream:

Quelle Screenshot: RTL

Die Drohne sollte laut Generalstaatsanwaltschaft nicht auf Estland oder das Kraftwerk gerichtet gewesen sein. Die Energieinfrastruktur blieb glücklicherweise unbeeinträchtigt, verletzt wurde niemand.

Auch in Lettland gab es Drohnen-Vorfälle: Gegen 0:50 Uhr Ortszeit sei am Mittwoch einem Militärsprecher zufolge bereits ein Objekt von belarussischer Seite in den lettischen Luftraum eingedrungen, habe eine Kurve geflogen und sei in den russischen Luftraum weitergeflogen. Um 2:19 Uhr sei dann ein unbekanntes Flugobjekt per Radar erfasst worden, das die lettische Grenze überflog. Rund 20 Minuten später sei die Drohne in der Nähe des Dorfes Dobricina in der Gemeinde Kraslava von selbst explodiert. Der Sprecher ging davon aus, dass die unbemannten Fluggeräte in beiden Fällen vom Kurs abgekommen oder durch elektronische Abwehrmaßnahmen fehlgeleitet worden seien.

Im deutschen ÖRR beklagte man prompt – prominent als Zwischentitel – “immer wieder Luftraumverletzungen durch Russland”. Im Text räumte man dann ein, dass zuletzt in der Nacht zu Montag eine fehlgeleitete ukrainische (!) Drohne in Litauen abgestürzt sei. Doch Schuld blieb natürlich der Russe: “Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. In dem wechselseitigen Drohnenkrieg sind die mit elektronischen Mitteln abgewehrten Fluggeräte auch eine Gefahr für die Nachbarländer.”

Inzwischen musste man festhalten: Auch für die jüngsten Vorfälle in Estland und Lettland war die Ukraine verantwortlich. Die Ukraine griff in der Nacht zu Mittwoch Ziele in Russland an – auch den Ostseehafen von Ust-Luga, der in einer Bucht nur 25 Kilometer vor der Grenze zu Estland entfernt liegt. Die Entfernung zwischen dem Hafen und dem getroffenem Kraftwerk Auvere beträgt nur etwa 50 Kilometer Luftlinie. Insgesamt waren nach Angaben der russischen Armee 389 ukrainische Drohnen in der Nacht abgefangen worden, über der Region Leningrad sollen es 56 gewesen sein. Am Hafen von Ust-Luga soll es dennoch zu einem Brand gekommen sein.

Warum greift die Ukraine Ziele an, die so kurz vor NATO-Gebiet liegen? Angesichts der von Wolodymyr Selenskyj an den Tag gelegten Lust am ewigen Krieg (und immer neuen Angriffen auf die Energiesicherheit der Verbündeten der Ukraine) hinterfragt in den sozialen Netzen bereits so mancher, ob das Kraftwerk in Estland wirklich “versehentlich” von der Drohne getroffen wurde. Wenn ein ukrainischer Angriff (ob nun “versehentlich” oder gezielt) auf NATO-Gebiet als russischer Angriff fehlgedeutet und entsprechend beantwortet wird, könnte das direkt in einen Dritten Weltkrieg hineinführen.

 

Der Russe war’s nicht: Ukrainische Drohne trifft Kraftwerk in Estland