28. Mai 2026

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China rückt an die Spitze der WHO auf – Kritiker warnen vor noch mehr Einfluss Pekings auf die globale Gesundheitspolitik

 

Während die Aufarbeitung der Corona-Jahre weltweit weiterhin ungelöste Fragen hinterlässt, wächst ausgerechnet jetzt der Einfluss Chinas innerhalb der Weltgesundheitsorganisation weiter. Wie internationale Fachmedien berichten, soll China künftig einen Sitz im mächtigen WHO-Exekutivrat erhalten – jenem Gremium, das entscheidenden Einfluss auf die Führung und strategische Ausrichtung der WHO besitzt. (Health Policy Watch)

Der Schritt sorgt international für scharfe Kritik.

Denn genau die WHO stand während der Corona-Krise massiv unter Beschuss, weil ihr vorgeworfen wurde, gegenüber Peking zu lange zu zurückhaltend agiert zu haben. Kritiker werfen der Organisation bis heute vor, chinesische Angaben ungeprüft übernommen und Warnsignale zu spät ernst genommen zu haben.

Nun könnte China noch mehr Einfluss auf jene Institution erhalten, die künftig über Pandemiepolitik, Gesundheitsnotstände und internationale Gesundheitsregeln mitentscheidet.

Der WHO-Exekutivrat: Das Machtzentrum hinter den Kulissen

Der WHO-Exekutivrat macht selten Schlagzeilen — dabei handelt es sich um eines der wichtigsten Machtgremien der globalen Gesundheitspolitik. Das Gremium:

  • beeinflusst die strategische Ausrichtung der WHO,
  • bereitet Entscheidungen der Weltgesundheitsversammlung vor,
  • und spielt eine zentrale Rolle bei der Auswahl künftiger WHO-Generaldirektoren. (Health Policy Watch)

Dass China nun ausgerechnet in einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen stärker in dieses Zentrum aufrückt, alarmiert viele Beobachter.

Die Schatten der Corona-Krise

Die Kritik an der WHO und China reicht zurück bis in die ersten Wochen der COVID-19-Pandemie.

Schon früh wurde der WHO vorgeworfen:

  • zu spät auf Mensch-zu-Mensch-Übertragungen reagiert zu haben,
  • Chinas Informationspolitik nicht ausreichend hinterfragt zu haben,
  • und Taiwan aus politischen Gründen aus wichtigen Diskussionen ausgeschlossen zu haben.

Der frühere japanische Vizepremier Tarō Asō sprach damals sogar provokativ von der „China Health Organization“.

Heute, Jahre später, wächst Pekings Einfluss innerhalb der WHO dennoch weiter.

Geopolitischer Machtkampf um die WHO

Die Entwicklung fällt in eine Phase, in der die Vereinigten Staaten ihren Rückzug aus der WHO vollzogen haben und die globale Gesundheitsarchitektur zunehmend zum geopolitischen Schlachtfeld wird.

China positioniert sich dabei zunehmend als Verteidiger multilateraler Institutionen — und nutzt das entstehende Machtvakuum strategisch aus.

Kritiker warnen deshalb:
Je größer der Einfluss autoritärer Staaten in internationalen Organisationen wird, desto stärker könnten globale Institutionen politisiert werden.

Besonders brisant:
Der WHO-Exekutivrat wird künftig auch eine zentrale Rolle bei der Umsetzung neuer Pandemieabkommen und internationaler Gesundheitsregeln spielen. Genau deshalb sehen viele die Entwicklung als weit mehr als nur eine formale Personalie.

„Globale Gesundheit“ oder globale Kontrolle?

Für Kritiker symbolisiert der Aufstieg Chinas innerhalb der WHO eine tiefere Entwicklung:
Internationale Organisationen würden zunehmend von geopolitischen Machtinteressen geprägt, während demokratische Kontrolle und Transparenz immer weiter in den Hintergrund geraten.

Die eigentliche Sorge lautet daher:
Wer kontrolliert künftig jene Institutionen, die im Namen der „globalen Gesundheit“ weltweite Maßnahmen, Notstandsregeln und Einschränkungen legitimieren können?

Und warum wächst der Einfluss Pekings ausgerechnet in jener Organisation weiter, deren Rolle während der Corona-Krise bis heute hochumstritten bleibt?