Nach dem umstrittenen Mercosur-Abkommen wurde nun auch das EU-Freihandelsabkommen mit Australien abgeschlossen. Scharfe Kritik kommt vom freiheitlichen EU-Abgeordneten Gerald Hauser, der anprangert: “Das System in Brüssel opfert Versorgungssicherheit und regionale Kreisläufe für globalistische Prestigeprojekte!”
Am 24. März wurde der Abschluss des EU-Freihandelsabkommens mit Australien feierlich verkündet. “Mit diesen dynamischen neuen Partnerschaften in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung sowie Handel rücken wir noch enger zusammen. Diese Abkommen schaffen dauerhafte, vertrauensvolle Strukturen, um Frieden und Sicherheit durch Stärke zu unterstützen, Wohlstand durch regelbasierten Handel zu fördern und gemeinsam globale Institutionen zu unterstützen”, kommentierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die EU will sich dabei vor allem den Zugang zu kritischen Rohstoffen sichern. Außerdem geht man eine engere Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft mit Australien ein.
Natürlich beinhaltet das Abkommen nicht nur Vorteile für die EU: Australien will damit auch seinen Export stärken. Kritisch ist das insbesondere für die Landwirtschaft, die in der EU schon durch Mercosur verstärkt unter Druck gesetzt wird.
Auf Seiten der EU wird betont, man habe die Interessen der eigenen Landwirte bei diesem Abkommen gewahrt. Tatsächlich hatte es diesbezüglich im Vorfeld des Abschlusses Meinungsverschiedenheiten gegeben: Knackpunkt war die Frage, wie viel zusätzliches Rindfleisch sowie andere kritische Produkte wie Lammfleisch und Zucker die EU unter Vorzugszöllen aus Australien für den EU-Markt zulassen soll. Hier wurden Kontingente festgelegt (im Falle von Rindfleisch 30.600 Tonnen, bei Lamm- und Schafsfleisch 25.000 Tonnen und bei Zucker 35.000 Tonnen), die im Laufe der nächsten Jahre schrittweise eingeführt werden und ein plötzliches Überschwemmen des EU-Marktes mit Produkten aus Australien verhindern sollen. Ein Zugeständnis für Australien – und ein Problem für hiesige Bauern, die sich, Beschränkungen hin oder her, abermals mit ausländischer Konkurrenz zu ihren Produkten konfrontiert sehen werden.
Der freiheitliche EU-Parlamentarier Gerald Hauser kritisiert das in einem aktuellen Statement scharf: Er spricht von globalistischen Prestigeobjekten, für die Versorgungssicherheit und regionale Kreisläufe geopfert würden. „Gleichzeitig wurde Mercosur weiter vorangetrieben, die Indien-Verhandlungen abgeschlossen und im Marokko/Westsahara-Dossier eine importfreundliche Linie fortgesetzt. Brüssel redet von Qualität und Tierwohl, aber öffnet Tür und Tor für zusätzlichen Importdruck – das ist blanke Heuchelei!“, so Hauser.
Er fordert eine lückenlose Herkunftskennzeichnung auf allen Lebensmitteln: „Die Konsumenten haben ein Recht zu wissen, wo das Produkt herkommt – Punkt.“ Dazu brauche es wirksame Spiegelklauseln, scharfe Kontrollen und strengere Regeln gegen gentechnisch manipulierte Organismen.
Hauser prangert zudem ein erhebliches Demokratiedefizit auch bei diesem Abkommen an: „Die Kommissionspräsidentin von der Leyen hat das EU-Australien-Handelsabkommen vor ein paar Tagen (März 2026) während ihres Besuchs in Australien abgeschlossen, ohne vorher im EU-Parlament eine Diskussion und Beschlussfassung zu führen”, so der Freiheitliche.
„Dieses Australienabkommen wurde im Jahr 2023 im EU-Parlament erwähnt, damals wurden die Verhandlungen aufgrund der Landwirtschaft abgebrochen, und jetzt auf einmal wird es durchgeboxt”, kritisiert Hauser. “Seit 2023 wurde das EU-Australien-Abkommen nicht mehr im Europäischen Parlament diskutiert, damit hat es das neue – jetzt anders zusammengesetzte EU-Parlament – nie auf der Tagesordnung gehabt!” Er findet es “unglaublich, wie undemokratisch diese Systemparteien agieren“.
Auch an der “sogenannten Bauernpartei” ÖVP übte Hauser scharfe Kritik, denn diese spiele den “Steigbügelhalter der Brüsseler Linie – viel PR und null Schutz für unsere Bauern”. Hauser fordert einen Stopp des Abkommens, zumindest bis eine parlamentarische Befassung in der EU erfolgt sei. Das Mercosur-Abkommen müsse außerdem, wie im EU-Parlament beschlossen, bis zum EuGH-Urteil ausgesetzt werden. Zudem müsse sichergestellt werden, dass alle Importe die EU-Standards einhalten.
Australien-Handelsabkommen durchgeboxt: Nächster Verrat an europäischen Bauern
