Während Präsident Donald Trump eine massive Aufstockung des US-Militärhaushalts ankündigt, enthält das neue Verteidigungsgesetz der Vereinigten Staaten eine kaum beachtete, aber brisante Formulierung. Trump will das Verteidigungsbudget für das Jahr 2027 um rund 50 Prozent erhöhen – von etwa einer Billion auf 1,5 Billionen US-Dollar, umgerechnet rund 1,3 Billionen Euro. Damit, so der Präsident, könne Amerika eine „Traumarmee“ aufbauen, die dem Land Sicherheit verschaffe – „unabhängig vom Feind“.
Doch jenseits der Schlagzeilen über Rekordausgaben verbirgt sich im National Defense Authorization Act (NDAA) 2026 ein bemerkenswerter Haushaltsposten: 44,2 Millionen US-Dollar für sogenannte „kognitive elektromagnetische Kriegsführung“, zugeordnet zur US-Luftwaffe.
Für den Arzt und Forscher Dr. Len Ber ist diese Wortwahl alles andere als zufällig. Sie stelle vielmehr eine implizite Anerkennung dar, dass das US-Verteidigungsministerium kognitive Effekte im elektromagnetischen Spektrum als eigenständigen militärischen Entwicklungsbereich betrachtet. Entscheidend sei dabei der Begriff „kognitiv“. Während klassische elektronische Kriegsführung auf die Störung von Geräten, Sensoren oder Kommunikationsnetzen zielt, verschiebe diese neue Kategorie den Fokus auf den Menschen selbst – auf Wahrnehmung, Entscheidungsfindung und mentale Prozesse.
Ber argumentiert, dass damit erstmals offiziell benannt werde, was jahrzehntelang bestritten oder marginalisiert worden sei: dass militärische Forschung nicht nur auf Hardware und Infrastruktur abzielt, sondern auch auf das menschliche Bewusstsein als Wirkungsraum. Der NDAA untermauert diese Einschätzung, indem er den Verteidigungsminister verpflichtet, dem Kongress bis spätestens 31. März 2026 eine verbindliche Definition von „kognitiver Kriegsführung“ vorzulegen, so wie der Begriff vom Pentagon verwendet wird.
Zur Einordnung verweist Ber auf aktuelle NATO-Dokumente. In einem Bericht aus dem Jahr 2025 beschreibt das Bündnis kognitive Kriegsführung als gezielte Beeinflussung von Entscheidungsprozessen „mit allen verfügbaren Mitteln und technologischen Fortschritten“. Konkrete energiebasierte oder elektromagnetische Verfahren werden dabei zwar nicht explizit benannt, aber auch nicht ausgeschlossen.
Für Ber ergibt sich daraus ein klares Bild: Nach Jahrzehnten der öffentlichen Leugnung erkennt die US-Sicherheitsarchitektur nun faktisch die Existenz kognitiver elektromagnetischer Kriegsführung an – indem sie sie offiziell benennt, budgetiert und institutionell verankert. Gleichzeitig, so seine Kritik, verweigerten Geheimdienste und Sicherheitsbehörden weiterhin eine offene Kommunikation gegenüber der Bevölkerung.
Sein Appell ist daher kein technischer, sondern ein demokratischer. Wenn solche Technologien mit öffentlichen Mitteln entwickelt werden, müsse es auch eine transparente Debatte über ihre Existenz, ihre Einsatzmöglichkeiten und ihre ethischen Grenzen geben. Die entscheidende Frage, so Ber, laute nicht mehr, ob es diese Formen der Kriegsführung gibt – sondern wie lange Bürger noch akzeptieren sollen, über sie nur unvollständig oder irreführend informiert zu werden.
