Indem die USA das Wort „Indo“ aus dem Namen ihres größten Kommandos gestrichen haben, haben sie Indien, China, ihren Verbündeten und Pakistan klar gemacht, wo sie stehen.
Ken Moriyasu
Am 16. Juni gab das US-Verteidigungsministerium bekannt, dass das US-Indo-Pazifik-Kommando (INDOPACOM) offiziell wieder seinen früheren Namen, das US-Pazifik-Kommando (PACOM), annehmen wird.
Mit diesem Schritt wird eine Entscheidung aus der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump rückgängig gemacht, wonach „Indo“ in den Namen seines größten Einsatzkommandos aufgenommen worden war.
In der damaligen Mitteilung vom Juni 2018 hieß es, diese Änderung „unterstreiche die zunehmende Bedeutung Indiens im strategischen Denken Washingtons und markiere zugleich Indiens Rückkehr in den ‚Asia Nexus‘ der US-Regierung“.
So sehr Neu-Delhi auch protestieren mag, diese Veränderung signalisiert das Gegenteil: die abnehmende Bedeutung Indiens im strategischen Denken Washingtons – und seinen Austritt aus dem „Asia Nexus“ der amerikanischen Regierung.
Bereits in der Rede von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth beim Shangri-La-Dialog Ende Mai gab es entsprechende Hinweise. „Indien wurde als Letztes erwähnt“, erinnerte sich ein anwesender asiatischer Diplomat.
Hegseth lobte die Bemühungen Südkoreas, der Philippinen, Japans, Australiens, Singapurs, Indonesiens, Malaysias, Thailands und Vietnams, bevor er schließlich auf Indien zu sprechen kam.
Ein starkes Indien, das „in seinem eigenen Interesse handelt“, fördere das gemeinsame Ziel der Aufrechterhaltung eines regionalen Machtgleichgewichts, sagte er – kaum die Beschreibung eines zentralen Verbündeten in einer koordinierten Strategie.
Diese Namensänderung bedeutet jedoch keineswegs eine Abschwächung des Wettbewerbs mit Peking. Im Gegenteil: Sie macht deutlich, wo der Wettbewerb mit China tatsächlich ausgetragen wird – und wo nicht.
Diese Entscheidung bringt die Strategie auf den richtigen Kurs. Daraus lassen sich drei wichtige Erkenntnisse ableiten.
Erstens deutet die Tatsache, dass das Pentagon diesen bedeutenden Schritt ohne unmittelbaren Auslöser unternommen hat, darauf hin, dass es eine bewusste Botschaft senden will: Der Indische Ozean spielt im Umgang mit China keine zentrale Rolle.
Diese Botschaft richtet sich sowohl an die Verbündeten als auch an Peking selbst. Den Verbündeten signalisiert sie, dass sich die Vereinigten Staaten im Falle eines möglichen Konflikts mit China auf die Taiwanstraße konzentrieren und dabei vor allem von Japan und den Philippinen aus operieren werden.
In allen anderen Regionen werden Verbündete und Partner die Hauptverantwortung für die konventionelle Verteidigung übernehmen müssen. Südkorea wird Nordkorea abschrecken, Europa wird sich Russland entgegenstellen, und die Überwachung sowie Kontrolle des Indischen Ozeans wird weitgehend Indien zufallen.
Symbolisch erwähnte Hegseth in seiner Rede beim Shangri-La-Forum weder den Begriff „Indo-Pazifik“, noch ging er auf die Bemühungen der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi ein, das von ihrem Mentor, dem verstorbenen Shinzo Abe, entwickelte Konzept eines „freien und offenen Indo-Pazifiks“ zu aktualisieren. Japans regionale strategische Ausrichtung könnte bald ein Umdenken erfordern.
Für China ist die Botschaft ebenso eindeutig: Die USA richten ihren Fokus kompromisslos auf die Taiwanstraße.
Zweitens signalisiert dieser Kurswechsel, dass Indien aus dem wichtigsten Kernszenario ausgeschlossen wird: Taiwan.
Washington geht davon aus, dass der chinesische Präsident Xi Jinping die Volksbefreiungsarmee angewiesen hat, bis 2027 bereit zu sein, Taiwan notfalls mit Gewalt einzunehmen. Die Trump-Regierung hat wenig Geduld mit Staaten, die zwischen den Fronten stehen.
Sie priorisiert Verbündete wie Südkorea und die Philippinen – Länder, die sich so verhalten, als würden sie „an vorderster Front leben“, wie Hegseth es formulierte. Indien gehört nicht zu diesem Lager, und Washington hofft offenbar nicht mehr darauf, dass sich dies eines Tages ändern wird.
Drittens – und vielleicht am interessantesten – gewinnt Washington durch die Behandlung Indiens als normalen Partner statt als strategisches Kernstück mehr Flexibilität im Umgang mit Pakistan, dem Erzfeind Indiens.
Trump hat Pakistans Feldmarschall Asim Munir als wichtigen Vermittler hinter den Kulissen gegenüber Teheran genutzt, sich bei der Entschärfung der Indien-Pakistan-Krise von 2025 auf ihn verlassen und ihn zu Gesprächen über eine Ausweitung der Abraham-Abkommen eingeladen.
Pakistan ist nicht wegen Indien wichtig, sondern wegen Chinas strategischer Ausrichtung nach Westen.
In den vergangenen 15 Jahren hat China seine Abhängigkeit von maritimen Energierouten durch die Engpässe des Indischen Ozeans – etwa die Straße von Malakka und die Straße von Hormus – kontinuierlich reduziert und stattdessen auf Pipelines durch Zentralasien gesetzt.
Als Reaktion auf diese chinesische Hinwendung nach Eurasien erweist sich Pakistan – und nicht Indien – als der relevantere Partner.
Die Rückkehr zum PACOM spiegelt diese strategischen Realitäten wider. Sie verdeutlicht die Erkenntnis, dass Klarheit – und nicht geografische Ausdehnung oder vage wertebasierte Bündnisse – bestimmen wird, wie die USA mit China konkurrieren. Und genau deshalb ist dieser Schritt aus Sicht seiner Befürworter der richtige.
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Ken Moriyasu, ehemaliger Korrespondent der japanischen Zeitung Nikkei, ist Senior Fellow am Hudson Institute.
Warum der Verzicht auf den Begriff „Indo-Pazifik“ die China-Strategie des Pentagons verdeutlicht
