Immer wenn man glaubt, die Grenzen des Erträglichen bei der Pervertierung unserer Gesellschaft seien erreicht, tauchen neue Details auf, die jedes Maß an Abartigkeit übertreffen. Auf Vinted, der in Deutschland und Österreich weit verbreiteten Plattform für gebrauchte Kleidung und Accessoires, kursieren Anzeigen, die auf den ersten Blick harmlose Plüschtiere anbieten. Bei näherer Betrachtung der Beschreibungen und Preise zeigt sich jedoch, dass diese getarnten Angebote offenkundig dem Kinderhandel dienen.
Ein Kommentar von Chris Veber
Auf X viral gegangene Beiträge zeigen Vinted-„Kleinanzeigen“. Ein braunes Plüschtier wird dort als „Plüsch“, neun Jahre alt, weiblich, weiß und „Jungfrau“ inseriert. Der Preis liegt bei 30.000 Euro, mit Vinted-Käuferschutz (!) 31.500,70 Euro. Eine zweite Anzeige zeigt einen blauen Plüsch-Oktopus als Code für einen „Jungen, 10 Monate alt, 70 cm“ zum Preis von 4.000 Euro. Die Formulierungen bedienen sich exakt jener Attribute, die in kriminellen Netzwerken zur Beschreibung potenzieller Opfer verwendet werden: Alter, Geschlecht, körperliche Merkmale und sexuelle Unberührtheit.
Ein Folgeposting liefert weitere Beispiele mit vergleichbar codierten Beschreibungen. Die Kombination aus harmlosem Produktbild, absurder Preisgestaltung und präzisen Opferbeschreibungen entspricht einem bekannten Muster aus der Welt des organisierten Kindesmissbrauchs und Menschenhandels. Plattformen wie Vinted bieten die Infrastruktur für die erste Kontaktaufnahme. Der eigentliche Deal wird dann meist später auf verschlüsselten Kanälen abgewickelt.
Die Verantwortung für die Duldung dieser Perversion liegt aber nicht allein bei Vinted, wo die Anzeigen offenkundig durch die Filter gerutscht sind. Nutzer, die auf solche Inhalte stoßen, müssen diese Verbrechen melden. In Deutschland sollten Verdachtsfälle unverzüglich der örtlichen Polizeidienststelle beziehungsweise dem zuständigen Landeskriminalamt gemeldet werden. Bei Hinweisen auf Kinderpornografie oder -handel ist auch das Bundeskriminalamt Anlaufstelle. Auch in Österreich gibt es die Meldestelle für Kinderpornografie und Kindersextourismus des Bundeskriminalamts. Hinweise können zudem an meldestelle@interpol.at gerichtet oder in jeder Polizeidienststelle gemeldet werden. Zusätzlich sollte der Eintrag direkt über die Meldefunktion in der Vinted-App als illegaler Inhalt gekennzeichnet werden.
Das Internet war gedacht als Raum, um das Wissen der Menschheit allen Menschen zugänglich zu machen. Es scheint, dass es eher die Perversionen der Menschheit zum Vorschein bringt. Abartige hat es immer schon gegeben. Aber dank weltweiter Vernetzung können Sie sich jetzt ihre Opfer online bestellen wie eine Tüte Pommes bei Lieferando. Alle diese Kleinanzeigen sind Anzeichen für schwerste Verbrechen. Wir alle sind aufgerufen, solchen Perversen entgegenzutreten und ihre Aktivitäten zu melden. In Zeiten, wo scheinbar alles geht und alles erlaubt ist, wo alles toleriert und akzeptiert wird, ist es umso wichtiger, die Wehrlosesten in unserer Gesellschaft zu schützen.
Menschenhandel bei Vinted? Kinder für 30.000 Euro im Angebot
