Während die kommunistische Führung in Peking den Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken weiter forciert, warnen die chinesischen Netzbetreiber vor enormen Problemen. Denn diese können die benötigte Netzlast, welche die wachsende Zahl an KI-Datenzentren benötigen, nicht garantieren. Vor allem die Spitzenlastzeiten sorgen für Beunruhigung.
Selbst im Musterland der Planwirtschaft, der Volksrepublik China, beißen sich politische Vorgaben mit der Realität. Und das mag etwas für den billigen Abklatsch in der EUdSSR heißen. Denn die kommunistische Führung hat die überwiegende Versorgung von KI-Rechenzentren durch Wind- und Solarenergie bis zum Jahr 2030 zur strategischen Priorität erklärt. Doch die Netzbetreiber im Reich der Mitte sehen dadurch gewaltige Probleme hinsichtlich der Netzstabilität und der Versorgungssicherheit auf das Land zukommen.
„Nach unserem Kenntnisstand können sie [die Rechenzentren] ihre Stromverbrauchslast nicht wirklich stark anpassen“, zitierte Reuters Pei Shanpeng, einen Direktor des chinesischen Energieunternehmens State Power Investment Corporation, auf einer jüngsten Branchenkonferenz in Peking. Er erklärte weiter: „Grafikkarten (GPUs) sind sehr teuer. Wenn sie einmal angeschafft wurden, wollen die Betreiber sie so schnell und intensiv wie möglich nutzen.“
Während man also in Deutschland der Wirtschaft und den Menschen aufzuzwingen versucht, den Stromverbrauch an die Versorgungslast anzupassen, ohne dass sich nennenswerter Widerstand regt, wagen es selbst die Netzbetreiber in der kommunistischen Diktatur China öffentlich massive Bedenken hinsichtlich der Regierungspläne zu äußern. Die Ansage der chinesischen Netzbetreiber ist klar: Wind und Sonne können den Bedarf von großen Rechenzentren nicht sichern, da der Stromverbrauch sich nicht an den Launen des Wetters orientiert. Das versteht man sogar bei den Kommunisten.
Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) wurden die Rechenzentren in China im letzten Jahr zu 70 Prozent durch Kohlekraftwerke versorgt, währen die sogenannten „erneuerbaren Energien“ gerade einmal knapp 20 Prozent und die Kernkraft fast 10 Prozent des Stroms lieferte. Erdgas lieferte den Rest der benötigten Elektrizität. Dennoch, so die IEA, würden Photovoltaik und Windkraft bis 2030 fast 90 TWh an zusätzlichem Strom für Rechenzentren liefern, „unterstützt durch einen steigenden Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz, provinziale Vorgaben zur Co-Location und politische Maßnahmen zur Priorisierung des Baus von Rechenzentren im rohstoffreichen Westen Chinas“, so die Agentur.
Doch auch in der IEA grassiert der Klimawahn, so dass die mangelnde Vorhersehbarkeit von Spitzenlasten dieser stromhungrigen Rechenzentren einfach nicht mit einer wetterabhängigen Stromversorgung kongruiert, völlig ignoriert wird. Was nützen 90 TWh an zusätzlichem Strom, wenn dieser nicht dann zur Verfügung steht, wenn er auch tatsächlich gebraucht wird?
