23. Juni 2026

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Drohnen über Moskau und vier geschlossene Flughäfen: Wie lange schaut Russland noch zu?

 

ZeroHedge spricht von einer neuen Realität: Alle vier Moskauer Flughäfen mussten zeitweise den Betrieb einstellen, nachdem erneut eine Welle ukrainischer Drohnen die russische Hauptstadt erreichte. Was vor zwei Jahren noch als nahezu undenkbar galt, entwickelt sich inzwischen zu einem regelmäßigen Ereignis. Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr, ob Moskau angegriffen werden kann – sondern wie lange die russische Führung diese Angriffe noch ohne eine massive Gegenreaktion hinnehmen wird.

Die ukrainische Strategie ist inzwischen offensichtlich. Es geht längst nicht mehr nur um militärische Ziele an der Front. Die Angriffe auf Moskau sollen den Krieg ins russische Kernland tragen, den Alltag stören und den Eindruck erzeugen, dass selbst die Hauptstadt nicht mehr sicher ist.

Flughäfen werden geschlossen, Flüge gestrichen, Luftabwehrsysteme in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Jeder einzelne Angriff erzeugt Bilder, die weit über die tatsächlichen Schäden hinauswirken. Es handelt sich um einen Krieg gegen die öffentliche Wahrnehmung.

Für den Kreml entsteht dadurch ein wachsendes strategisches Problem. Russland kann zwar einen Großteil der Drohnen abfangen, doch jede weitere Angriffswelle erhöht den innenpolitischen Druck. Die Bevölkerung erwartet Schutz, während die militärische Führung zunehmend vor der Frage steht, wie viele Angriffe auf die Hauptstadt noch toleriert werden können.

Besonders brisant ist dabei die politische Dimension. Präsident Selenskyj hat mehrfach erklärt, den Krieg nach Russland tragen zu wollen. Gleichzeitig lockerten westliche Staaten in den vergangenen Monaten ihre Beschränkungen für Angriffe auf russisches Territorium. In Moskau dürfte dies zunehmend als indirekte Beteiligung des Westens wahrgenommen werden.

Die Gefahr besteht nun darin, dass die russische Führung zu dem Schluss gelangt, dass rein defensive Maßnahmen nicht mehr ausreichen. Sollte Moskau den Eindruck gewinnen, dass die Angriffe systematisch zunehmen und die politische Hemmschwelle auf westlicher Seite weiter sinkt, könnte der Druck wachsen, die Antwort deutlich auszuweiten.

Dies könnte Angriffe auf Entscheidungszentren in Kiew, eine stärkere Zerstörung kritischer Infrastruktur oder sogar Maßnahmen gegen jene Einrichtungen umfassen, die Russland als operative Unterstützung der ukrainischen Angriffe betrachtet.

Damit entsteht eine gefährliche Dynamik. Jeder neue Drohnenangriff erhöht den Druck auf Moskau, entschlossener zu reagieren. Jede russische Reaktion wiederum erhöht die Gefahr einer weiteren Eskalation.

Der eigentliche Erfolg der ukrainischen Drohnenkampagne liegt deshalb möglicherweise nicht in den verursachten Schäden, sondern darin, Russland in eine Lage zu bringen, in der eine härtere militärische Antwort immer wahrscheinlicher wird.

Der Krieg um die Frontlinien könnte damit zunehmend zu einem Krieg um politische Reaktionen werden.

Und genau darin liegt die eigentliche Gefahr: Nicht die Drohnen selbst könnten den Konflikt ausweiten – sondern die Frage, wie lange eine Atommacht wiederholte Angriffe auf ihre Hauptstadt akzeptiert, ohne ihre bisherigen Grenzen der Eskalation neu zu definieren.

 

Drohnen über Moskau und vier geschlossene Flughäfen: Wie lange schaut Russland noch zu?