In der städtischen Kita Marßel in Bremen herrscht große Aufregung: Eine Küchenmitarbeiterin steht im Verdacht, bewusst Schweinefleisch serviert zu haben – obwohl in der Einrichtung wegen muslimischer Kinder ein Verbot gilt. Nun ermittelt sogar der Staatsschutz. Prioritäten im besten Deutschland…
In der Kita Marßel (Kinder- und Familienzentrum in Bremen-Burglesum) gibt es einen höheren Anteil muslimischer Kinder. Schweinefleisch ist für sie aus religiösen Gründen tabu. Dennoch soll die Mitarbeiterin das verbotene Fleisch mehrfach bestellt, verarbeitet und beim Frühstücksbuffet oder zu den Mahlzeiten ausgegeben haben – ohne Hinweis. Es ist allerdings bislang unklar, ob und wie viele Kinder tatsächlich davon gegessen haben.
Nach Recherchen von buten un binnen gibt es angeblich Hinweise auf Vorsatz. Die Frau soll sich bewusst über das Verbot hinweggesetzt haben. Deshalb steht ein mögliches „rassistisches“ Motiv im Raum.
Die Verantwortlichen reagierten umgehend: Der betroffenen Mitarbeiterin wurde fristlos gekündigt, es wurde Strafanzeige gestellt – der Staatsschutz der Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts auf eine Straftat mit rassistischem Hintergrund. Konkreten Straftatbestand? Bleibt offen.
Zudem wurde die Kita-Leitung ausgetauscht, ein externer Caterer übernimmt vorläufig die Verpflegung – das Schweinefleisch-Verbot wurde erneuert. Bezeichnend: Aus Sorge vor aufgebrachten Eltern wurde ein Sicherheitsdienst eingestellt, der das Gebäude in den kommenden Nächten bewachen soll. Ob das bei jüdischen Familien wohl auch nötig wäre?
Uwe Kathmann, Geschäftsführer des Trägers Kita Bremen, entschuldigte sich ausdrücklich für den Fehler. „Wir legen größten Wert darauf, religiöse und kulturelle Ernährungsgewohnheiten zu respektieren. Die getroffenen Maßnahmen dienen dazu, vergleichbare Vorfälle künftig auszuschließen“, betonte er. Für Anfang Mai ist ein Elternabend zu dem Thema geplant.
Der Bremer Islam-Dachverband Schura zeigt sich empört. Von einem „tragischen Vorfall“ und einem Vertrauensverlust muslimischer Eltern in die Kita ist die Rede. „Wird Schweinefleisch an Kinder ausgegeben, ist das aus religiöser Sicht schwerwiegend“, echauffierte sich der Vorstandsvorsitzende Murat Celik.
In den sozialen Netzen rollt man über diese „Schweinefleisch-Affäre“ die Augen – der automatische Rassismus-Vorwurf und die Einschaltung des Staatsschutzes wirken nach Ansicht vieler völlig überzogen. Schweinefleisch zu servieren ist in Deutschland weder eine Straftat noch per se rassistisch. Der eigentliche Skandal liegt aber woanders: Die Kita hatte ein komplettes Schweinefleisch-Verbot eingeführt, obwohl sie eine öffentliche Einrichtung ist. Das ist Ausdruck jener übertriebenen Rücksichtnahme, die inzwischen vielerorts herrscht und immer weiter um sich greift. In diesem Fall wurde die gesamte Einrichtung an die Bedürfnisse einer Minderheit angepasst – das kann man schon als Kniefall vor dem Islam bezeichnen. In einer deutschen Kita sollte Schweinefleisch die Regel sein dürfen. Wer das nicht möchte, hat die Freiheit, woanders hinzugehen oder sich selbst zu versorgen.
