5. Mai 2026

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Stromausfall in Berlin: Einsatzprotokoll der Feuerwehr belegt Lebensgefahr

 

Einem Bericht des Tagesspiegels zufolge war die Lage während des mehrtägigen Blackouts in Berlin keineswegs so unkritisch, wie mitunter der Eindruck erweckt wurde. Der Anschlag, zu dem sich Linksextremisten bekannten, brachte etliche Menschen in akute Lebensgefahr.

416 Einsätze der Berliner Feuerwehr listet das Einsatzprotokoll auf, das dem Tagesspiegel vorliegt: Zwischen 3. und 7. Januar blieb es nach einem Anschlag auf die Stromversorgung für insgesamt 104 Stunden dunkel und kalt im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Rund 100.000 Menschen waren vom Blackout betroffen. Nicht alle konnten einfach so die Koffer packen und gehen.

Dem Medium zufolge drehten sich 40 Einsätze während des Stromausfalls um einen oder mehrere Patienten, die auf ein Sauerstoffgerät angewiesen waren. Exemplarisch wird der Fall eines Rechtsanwalts erörtert, der auf Sauerstoffgerät und Rollstuhl angewiesen ist. Zu Beginn des Ausfalls wartete er noch ab, doch der Not-Akku seines Beatmungsgeräts hatte eine Laufzeit von maximal sechs Stunden. Ein Pfleger alarmierte die Feuerwehr, als die Zeit allmählich knapp wurde. Die kam zur Hilfe, blieb jedoch zunächst am Grundstückseingang stecken, denn das Rolltor dort ließ sich ohne Strom nicht öffnen. Zu dieser Zeit trennten den Rechtsanwalt nur zwei Minuten vom Erstickungstod. Zum Glück konnte er noch gerettet werden.

Bei einem Viertel der 40 Fälle im Zusammenhang mit Beatmungsgeräten muss die Lage so ernst gewesen sein, dass ein Notarzt am Einsatz beteiligt war. In der gesamten Einsatzliste finden sich zudem drei Reanimationen und zwölf Einsätze mit höchster Dringlichkeit (Code „RD1NC“). Bei zweien dieser Dringlichkeitsfälle ging es ebenfalls um künstlich beatmete Patienten.

Dem Protokoll ist zu entnehmen, wie ernst die Lage für viele Menschen in Steglitz-Zehlendorf war. Während in Deutschland wacker der Kampf gegen rechts betrommelt wird, wird die linke Gefahr gern ignoriert. Das wirkt angesichts des Protokolls umso menschenverachtender, denn die Extremisten spielten bewusst mit Menschenleben. Bekannt wurde damals bereits der Fall einer 83-Jährigen, die von ihrem Sohn tot in ihrem Zuhause aufgefunden wurde. Ein Feuerwehrsprecher betont, dass ein klarer Nachweis eines Zusammenhangs mit dem Stromausfall nicht erbracht werden könne. Ob die Dame ohne den Anschlag noch leben würde, weiß aber niemand.

 

Stromausfall in Berlin: Einsatzprotokoll der Feuerwehr belegt Lebensgefahr