Mit François Pauly, ehemaliger Direktor der Edmond-de-Rothschild-Gruppe, rückt ein erfahrener Finanzmanager an die Spitze des Aufsichtsrats der Vatikanbank (IOR). Die offizielle Ernennung soll am 28. April in Rom erfolgen – ein Schritt, der als weiterer Versuch gewertet wird, das angeschlagene Image der traditionsreichen, aber oft umstrittenen Institution zu stabilisieren.
Noch amtierender Präsident bleibt bis dahin Jean-Baptiste Douville de Franssu, der seit 2014 die Geschicke der Bank lenkt. Unter seiner Führung wurde das IOR nach Jahren von Skandalen und Managementproblemen restrukturiert und stärker reguliert. Kirchenintern wird seine Amtszeit als Phase der „Erneuerung“ gewürdigt.
Der ehemalige Rothschild-Direktor François Pauly zum Leiter der Vatikanbank ernannt — Virgule
Das Institut für religiöse Werke verwaltet rund 12.000 Konten weltweit – darunter die finanziellen Interessen des Vatikans, kirchlicher Einrichtungen und des Papstes selbst. Kardinal Giuseppe Petrocchi, Vorsitzender des Aufsichtsgremiums, lobte Douville de Franssu ausdrücklich und signalisierte Vertrauen in den künftigen Kurs unter Pauly.
Doch die Geschichte der Vatikanbank bleibt belastet. Historiker und Autoren verweisen seit Jahren auf ihre mutmaßliche Rolle bei den sogenannten „Rattenlinien“ – Fluchtnetzwerken, über die NS-Funktionäre nach dem Zweiten Weltkrieg Europa verlassen konnten. Archivdokumente aus den USA und Deutschland legen nahe, dass Teile des Nazi-Goldes über das IOR in die Schweiz transferiert wurden, wo es später zur Finanzierung von Fluchten diente.
Der Führungswechsel steht damit nicht nur für eine personelle Neuausrichtung, sondern auch für den fortwährenden Versuch, eine Institution zwischen religiösem Auftrag, globaler Finanzmacht und historischer Hypothek neu zu positionieren.
Interessant wäre welche Schätze im keller des Vatikan lagern.
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