exxpress schreibt: Eine Mehrheit der Bürger lehnt die geplante digitale Identität der EU ab.
Was in Brüssel als Meilenstein der Digitalisierung präsentiert wird, entwickelt sich zunehmend zu einem politischen Konfliktfeld: Die geplante digitale Identität stößt auf deutliche Ablehnung in der Bevölkerung.
Die Umfrage, über die exxpress berichtet, zeigt ein klares Bild. Während EU-Institutionen die Einführung der sogenannten „Digital Identity Wallet“ vorantreiben, wächst gleichzeitig die Skepsis gegenüber diesem Projekt.
Misstrauen statt Fortschrittsglaube
Offiziell soll die digitale Identität den Alltag erleichtern, Behördengänge digitalisieren und Dokumente bündeln.
Doch viele Bürger sehen darin vor allem ein System, das tief in persönliche Lebensbereiche eingreift. Die geplante Wallet vereint sensible Daten – von Ausweisen bis hin zu Gesundheitsinformationen – an einem zentralen Ort.
Für Kritiker ist das weniger ein Fortschritt als vielmehr ein potenzielles Risiko.

Der Kern der Kritik: Kontrolle und Datenmacht
Die Ablehnung beruht nicht primär auf Technikfeindlichkeit, sondern auf einem grundlegenden Vertrauensdefizit.
Im Zentrum stehen Fragen nach Zugriff, Nutzung und möglichem Missbrauch der Daten. Wer kontrolliert die Systeme? Wie werden Informationen verknüpft? Und welche Konsequenzen entstehen, wenn solche Strukturen erweitert werden?
Kritiker sehen in der digitalen Identität die Grundlage für eine Infrastruktur, die weit über reine Verwaltungsvereinfachung hinausgeht.
Wachsende Distanz zwischen Politik und Bevölkerung
Die Umfrage macht deutlich, dass sich die Wahrnehmung zwischen politischen Entscheidungsträgern und Bürgern zunehmend auseinanderentwickelt.
Während auf EU-Ebene zentrale digitale Systeme aufgebaut werden, entsteht bei vielen Menschen der Eindruck, dass diese Prozesse ohne ausreichende gesellschaftliche Debatte vorangetrieben werden.
Die digitale Identität steht damit exemplarisch für einen größeren Konflikt zwischen staatlicher Steuerung und individueller Selbstbestimmung.
Fazit
Die Ergebnisse zeigen: Die Zustimmung in der Bevölkerung fehlt.
Damit stellt sich nicht nur die Frage nach der technischen Umsetzung, sondern nach der politischen Legitimation eines der zentralen Digitalprojekte der Europäischen Union.
