23. März 2026

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Das Gold der Ukraine: Die untätige Justiz

 

Während Ungarn wegen Geldwäscheverdachts in Milliardenhöhe ermittelt und beschlagnahmte Valuten und Goldbarren einbehält, herrscht in Österreich dröhnendes Schweigen. Die Staatsanwaltschaft Wien ignoriert meine Anfrage und bleibt untätig.

Am 5. März 2026 stoppten ungarische Behörden bei Budapest zwei gepanzerte Transporter der ukrainischen Oschadbank. An Bord 40 Millionen Dollar, 35 Millionen Euro und neun Kilo Goldbarren, insgesamt rund 82 Millionen. Die Fahrzeuge kamen aus Wien über die Raiffeisen Bank International. Sieben ukrainische Begleiter, darunter ein korrupter Ex-Geheimdienst-General mit dem Alias Namen „Der Hundemann“, wurden vorübergehend festgenommen. Die Ladung blieb in Ungarn. Die Nationale Steuer- und Zollbehörde NAV leitete Ermittlungen wegen Geldwäsche ein und veröffentlichte, dass allein in den ersten beiden Monaten 2026 über Ungarn 1,5 Milliarden Euro, Dollar und Gold in bar die Ukraine flossen. Das sind knapp zehn Prozent der gesamten Bargeldmenge, die in der Ukraine in Hrywnja im Umlauf ist. Zum Vergleich, die Österreichische Nationalbank hortet gerade mal fünf Millionen Euro in physischen Fremdwährungen.

Um zu erfahren, was die österreichischen Behörden in diesem Fall unternehmen, habe ich der Staatsanwaltschaft Wien am 16. März 2026 um 09:16 folgende Anfrage gestellt:

Sehr geehrte Damen Bussek und Ziska, sehr geehrter Herr Vecsey,

ich ersuche um Auskunft, ob die Staatsanwaltschaft Wien im Fall der von Wien ausgehenden Valuten und Goldtransporte in die Ukraine, welche in Ungarn gestoppt wurden, Ermittlungen eingeleitet hat und Anklage zu erheben gedenkt. Bei dem Verdacht auf Geldwäsche in Milliardenhöhe sollte meines Wissens nach ja eine Anklagepflicht greifen.

Laut Auskunft der ungarischen Regierung, deren Behörden Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche eingeleitet haben, sind allein im Jahr 2026 1.5 Milliarden in Euroscheinen, Dollarbündeln und Goldbarren in die Ukraine gegangen.

Das entspricht knapp 10% der in der Ukraine verfügbaren Bargeldmenge in der Landeswährung. In zwei Monaten. Zum Vergleich, der Valutenbestand der OENB liegt irgendwo um die 5 Millionen.

Die Meldung der ungarischen Regierung und die Geldmenge der Ukraine sind Fakten. Zusätzlich gibt es weitere Hintergrundinformationen. Laut der rumänischen Journalistin Pascal laufen solche Milliardentransporte seit 2022 monatlich auch über Rumänien. Der ehemalige ukrainische Staatsanwalt der Spezialisierten Antikorruptionsstaatsanwaltschaft SAP spricht von „klassischer Geldwäsche“.

Ich ersuche also um Auskunft, was die Staatsanwaltschaft Wien in diesem Fall unternimmt. Sollte sie keinen hinreichenden Verdacht erkennen, ersuche ich um Auskunft, mit welcher Begründung sie dies tut. Angesichts der ungarischen Ermittlungen und der im Vergleich zur ukrainischen im Umlauf befindlichen Bargeldmenge in Landeswährung riesigen Summen an Valuten und Gold.

Ich ersuche um zeitnahe Auskunft und verbleibe,

mit besten Grüßen,
Chris Veber, freier Journalist, 6020 Innsbruck

Die Antwort aus Wien? Kein Wort. Schweigen. Stille. Omerta. Dabei sind die Fakten erdrückend. Die ungarische Regierung hat die Transportmengen seit Januar 2026 offengelegt. Aber in Brüssel und Wien hofft man offenbar auf den nächsten Regime-Change, diesmal in Budapest. Sollte Viktor Orbán bei den kommenden Wahlen durch die EU-Marionette Peter Magyar ersetzt werden, dürfte das beschlagnahmte Gold und Geld blitzschnell an die ukrainischen Korruptokraten zurückfließen. Die Lieferungen könnten dann wieder ungestört rollen, business as usual in UnsererDemokratie™.

Seit 2022 verschwinden monatlich Milliarden europäischer Steuergelder in Form von Euroscheinen, Dollarbündeln und Goldbarren in der Ukraine. Nicht in der offiziellen Landeswährung Hrywnja oder als Überweisung, sondern bar in Valuten und Edelmetall. Das ist keine humanitäre Hilfe. Das ist keine Kriegsfinanzierung. Das sieht verdammt nach systematischer Geldwäsche aus, wie der ukrainische Ex-Staatsanwalt bestätigt. Nach systematischer Korruption. Aber es scheint, die österreichische Justiz, die sonst mit der Aufnahme von Ermittlungen nicht sonderlich zimperlich ist, sieht hier keinen „hinreichenden Verdacht“.

Eine Rolle dabei könnte spielen, dass die Staatsanwaltschaft der Regierung weisungsgebunden ist. Die Untätigkeit könnte also politischem Kalkül entspringen, schließlich ist die Regierung Teil des Geldkarussells in die Ukraine und hat gerade versucht, 90 weitere Milliarden dorthin zu schleusen. Sie ist zwar auch damit an Viktor Orbán gescheitert, aber die Mauer des Schweigens steht. Und sie zeigt deutlich, wem die Justiz in diesem Land wirklich dient.

 

Das Gold der Ukraine: Die untätige Justiz