19. März 2026

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Der Iran-USA-Verhandler bricht sein Schweigen – das geschah wirklich

 

Das ist vermutlich einer der wichtigsten Artikel dieses Monats: ein Gastbeitrag im Economist vom omanischen Außenminister – also genau dem Mann, der die Gespräche zwischen den USA und dem Iran vermittelt hat.

Was er beschreibt, ist politisch explosiv.

Seine Kernaussage: Die Vereinigten Staaten haben „die Kontrolle über ihre eigene Außenpolitik verloren“ – und folgen in entscheidenden Fragen inzwischen der Linie Israels.

Er bestätigt, dass ein Abkommen zwischen Washington und Teheran greifbar war. Auch andere Teilnehmer der Gespräche, darunter der britische Nationale Sicherheitsberater, haben das bestätigt. Diplomatie war also nicht nur möglich – sie stand kurz vor einem Durchbruch.

Umso größer sei der Schock gewesen, als die USA und Israel stattdessen militärisch eskalierten.

Besonders bemerkenswert ist, wie er Irans Reaktion einordnet:
Obwohl Oman selbst Ziel iranischer Angriffe wurde, bezeichnet er die Vergeltungsschläge Teherans als „unvermeidliche Folge“ – ja sogar als „wahrscheinlich die einzig rationale Option“ für die iranische Führung.

Das ist eine außergewöhnlich klare Aussage für einen direkten Nachbarn.

Seine Analyse geht jedoch noch weiter: Der Krieg bedroht das gesamte wirtschaftliche Fundament der Region – Energieversorgung, Luftfahrt, Tourismus, Investitionen. Alles steht auf dem Spiel. Wenn die Architekten dieses Krieges diese Folgen nicht vorhergesehen haben, sei das nichts weniger als eine massive Fehleinschätzung.

Doch der größte Fehler, so seine Argumentation, war grundsätzlicher Natur: Dass die USA sich überhaupt in diesen Krieg haben hineinziehen lassen.

Er macht dafür ausdrücklich die israelische Führung verantwortlich. Diese habe Washington davon überzeugt, der Iran sei bereits durch Sanktionen, interne Spannungen und frühere Angriffe so geschwächt, dass ein militärischer Schlag schnell zur Kapitulation führen würde.

Diese Annahme hat sich als gravierender Irrtum erwiesen.

Statt eines schnellen Sieges stehen die USA nun vor einer strategischen Sackgasse – politisch, militärisch und wirtschaftlich.

Sein vielleicht wichtigster Punkt ist jedoch dieser:
In diesem Krieg gibt es zwei Seiten, die nichts zu gewinnen haben – den Iran und die Vereinigten Staaten.

Alle zentralen Interessen der USA in der Region – die Eindämmung nuklearer Risiken, stabile Energieflüsse, wirtschaftliche Kooperation – seien nur durch Deeskalation und Frieden erreichbar, nicht durch Krieg.

Damit formuliert er eine unbequeme, aber klare Forderung:
Amerikas Verbündete müssen den Mut haben, die Wahrheit auszusprechen.

Denn der Schaden geht weit über diesen Konflikt hinaus.

Das Vertrauen in Diplomatie ist erschüttert. Wenn Verhandlungen jederzeit in Bombardierungen und Attentate umschlagen können, wird jede zukünftige Gesprächsbasis zerstört.

Und genau darin liegt vielleicht der größte langfristige Schaden dieser Politik:

Die USA haben sich selbst als Verhandlungspartner diskreditiert.

Die Ironie ist kaum zu übersehen:
Ein Präsident, der sich als „Deal-Maker“ inszeniert hat, hat der Welt letztlich vor allem eines gezeigt – dass man mit seinem Land besser keine Deals abschließt.