13. März 2026

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Studie warnt: Häufige Nutzung von ChatGPT könnte kreative Fähigkeiten langfristig verändern

 

Studie warnt: Häufige Nutzung von ChatGPT könnte kreative Fähigkeiten langfristig verändern

Wer in den vergangenen Monaten regelmäßig ChatGPT zum Schreiben, Brainstorming oder für kreative Aufgaben genutzt hat, könnte seine eigene Kreativität stärker beeinflusst haben als bislang angenommen. Darauf deutet eine neue experimentelle Untersuchung hin, die die Auswirkungen von KI-Unterstützung auf kreative Prozesse über mehrere Wochen hinweg analysierte.

In der Studie wurden 61 Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe nutzte ChatGPT gezielt für kreative Aufgaben, während die andere ohne KI arbeitete. Insgesamt wurden 3.302 Ideen über einen Zeitraum von 30 Tagen ausgewertet. In den ersten Tagen zeigte sich ein klarer Effekt: Die KI-Gruppe lieferte mehr Ideen, erzielte höhere Bewertungen und produzierte insgesamt bessere Ergebnisse. Kurzfristig schien der Einsatz von KI also die Kreativität zu steigern.

Doch als die Forscher ChatGPT nach einigen Tagen wieder entfernten, änderte sich das Bild abrupt. Die zuvor gemessenen Leistungssteigerungen verschwanden praktisch über Nacht. Die Ergebnisse der KI-Gruppe fielen wieder auf das Ausgangsniveau zurück. Ein nachhaltiger Trainingseffekt ließ sich nicht feststellen.

Noch bemerkenswerter war jedoch ein zweiter Befund: Die Ideen der ChatGPT-Nutzer wurden im Verlauf des Experiments zunehmend ähnlicher. Inhalte, Struktur und Formulierungen begannen sich zu wiederholen. Die Forscher beschrieben diesen Effekt als „Homogenisierung“ – unterschiedliche Personen produzierten zunehmend ähnliche Konzepte, nur leicht variiert.

Selbst nachdem ChatGPT nicht mehr genutzt wurde, blieb dieser Effekt bestehen. Auch 30 Tage später zeigte sich, dass die kreative Bandbreite der Teilnehmer eingeschränkt blieb.

Ein weiterer Test mit 120 Studierenden bestätigte den Trend. In einer unangekündigten Prüfung nach 45 Tagen erzielten Teilnehmer, die regelmäßig mit ChatGPT gearbeitet hatten, durchschnittlich 57,5 Prozent der möglichen Punkte. Studenten, die ohne KI gelernt hatten, kamen hingegen auf 68,5 Prozent.

Die Forscher führen das unter anderem auf einen geringeren kognitiven Aufwand zurück. Wenn KI einen Teil der Denkarbeit übernimmt, investieren Nutzer selbst weniger geistige Energie. Dadurch werden Informationen schwächer verarbeitet und weniger tief im Gedächtnis verankert – was langfristig auch die kreative Grundlage beeinträchtigen kann.

Die zentrale These der Untersuchung lautet daher: KI-Tools liefern kurzfristige Produktivitätsgewinne, könnten jedoch langfristig die Originalität und Vielfalt menschlicher Ideen beeinflussen.