Es ist eine Eskalation direkt vor den Toren Europas: Ein russischer LNG-Tanker, belegt mit strengsten westlichen Sanktionen, ist am frühen Dienstagmorgen im Mittelmeer explodiert und in Flammen aufgegangen. War es ein gezielter Drohnen-Angriff auf Putins Schattenflotte?
Um 4 Uhr morgens zerriss eine gewaltige Detonation die Stille auf offener See zwischen Malta und Libyen. Das Ziel: Die “Arctic Metagaz”. Laut Berichten der Times of Malta wurde der gigantische Gas-Frachter bei diesem Angriff komplett zerstört. Mehrere Explosionen sollen das Schiff erschüttert haben, bevor es sich in ein flammendes Inferno verwandelte.
Um den westlichen Sanktionen zu entgehen, hatte der Tanker sein Ortungssystem (AIS) für rund 300 Kilometer einfach abgeschaltet. Ein klassisches Manöver auf einer sogenannten “grauen Route”, um unter dem Radar der Behörden zu bleiben. Doch dieses Versteckspiel half nicht viel und endete nun in einer Katastrophe.
Sicherheitsexperten der EOS Risk Group gehen von einem Drohnen-Angriff aus. Der Frachter hatte am 24. Februar im russischen Murmansk flüssiges Erdgas (LNG) geladen und war auf dem Weg in Richtung Suezkanal. Mysteriös ist dabei: Es gab keinen einzigen offiziellen Notruf! Die Besatzung wurde offenbar in einer dramatischen Rettungsaktion von einem anderen Schiff in der Nähe aufgenommen. Ihr genaues Schicksal? Zunächst völlig unklar.
Sollte sich der Angriff bestätigen, wäre es das erste Mal in der Geschichte, dass ein LNG-Tanker in einem Konflikt in die Luft gejagt wird. Bisher galten diese schwimmenden Gas-Bomben wegen der extremen Sicherheits- und Explosionsrisiken als absolute rote Linie. Zwar wurden im letzten Monat bereits drei Öltanker im Mittelmeer beschädigt, doch ein direkter Angriff auf einen LNG-Riesen ist eine völlig neue, beängstigende Dimension der Kriegsführung.
Maltas Streitkräfte haben sofort Überwachungsflugzeuge in das Seegebiet geschickt. Die einzige gute Nachricht: Da es sich um Gas und nicht um Rohöl handelt, bleibt eine verheerende Umweltkatastrophe mit verklebten Stränden wohl aus. Doch die Frage, die jetzt die Welt in Atem hält: Wer steckt dahinter? Der Verdacht fällt sofort auf die Ukraine, die in der Vergangenheit bereits mehrfach Putins maritime Infrastruktur und Schiffe ins Visier genommen hat. Eine offizielle Bestätigung gibt es allerdings noch nicht.
Inferno im Mittelmeer: Putins sanktionierter Gas-Gigant in die Luft gejagt
