24. Februar 2026

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93 Millionen Europäer in Armutsgefahr: Wann übernimmt die Politik Verantwortung?

 

Die Europäische Union sieht sich mit einer dramatischen sozialen Entwicklung konfrontiert. Laut aktuellen Eurostat-Daten gelten 93,3 Millionen Menschen als armutsgefährdet – fast jeder fünfte EU-Bürger. Auch Deutschland, lange wirtschaftlicher Stabilitätsanker, ist mittlerweile im europäischen Durchschnitt angekommen.

Von Eric Angerer

Seit den Corona-Jahren hat sich die Lage spürbar verschlechtert. Lockdowns, Inflation und insbesondere stark gestiegene Energiepreise belasten Haushalte und Unternehmen gleichermaßen. Nun verkündet Brüssel Programme im „Kampf gegen die Armut“, während Kritiker die Ursachen der sozialen Schieflage zunehmend in der Politik selbst sehen.

Der AfD-Außenpolitiker Petr Bystron formuliert diese Kritik deutlich. Migration, Energiewende und Ukraine-Politik hätten massive finanzielle Verpflichtungen ausgelöst. „Das Gift kommt aus Brüssel“, erklärte er mit Blick auf die wachsenden Belastungen für nationale Haushalte.

Nach seiner Darstellung habe Deutschland rund 107 Milliarden Euro zusätzliche Schulden aufgenommen, um politische Vorgaben umzusetzen: etwa 50 Milliarden für Migration, 16 Milliarden für den Atomausstieg, 18 Milliarden für EEG und Elektromobilität sowie rund 15 Milliarden für Unterstützung der Ukraine. Weitere EU-Beiträge und indirekte Kriegskosten seien darin noch nicht enthalten.

Parallel dazu verschärft sich die wirtschaftliche Lage. Der Bundesverband der Deutschen Industrie warnte Ende 2025 vor der tiefsten Standortkrise seit Bestehen der Bundesrepublik. Die Industrieproduktion ist seit mehreren Jahren rückläufig und befindet sich seit neun Quartalen im Minus. Vom Niveau vor der Energiekrise ist Deutschland weit entfernt.

Unternehmen nennen vor allem die Energiepolitik als Schlüsselfaktor. Sanktionen, steigende Strompreise und regulatorische Vorgaben hätten Produktionskosten erhöht und Investitionen gebremst. Die Folge sind Verlagerungen, Insolvenzen und zunehmender Druck auf Arbeitsplätze.

Damit entsteht ein Spannungsfeld, das politisch an Brisanz gewinnt: steigende Staatsausgaben und Schulden bei gleichzeitig sinkender industrieller Dynamik und wachsender sozialer Unsicherheit. Die steigenden Armutszahlen werden so zum Indikator einer Entwicklung, die grundlegende Fragen nach Prioritäten, wirtschaftlicher Tragfähigkeit und politischer Verantwortung aufwirft.

 

93 Millionen Europäer in Armutsgefahr: Wann übernimmt die Politik Verantwortung?