13. Januar 2026

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Der schwarze Winter kommt – Traoré warnt vor einem «kalten und blutigen» Krieg in Westafrika

 

Der Präsident von Burkina Faso, Ibrahim Traoré, hat in einer eindringlichen Rede eine düstere Warnung an Afrika ausgesprochen. Mit drastischen Bildern und ungewöhnlicher Offenheit spricht Traoré von einem heraufziehenden „Schwarzen Winter“ – einem kommenden Zeitalter aus Chaos, Blutvergießen und imperialer Einmischung, das insbesondere Westafrika treffen werde.

Seine Worte sind keine diplomatische Ansprache, sondern ein politischer Weckruf.

Direkt zum Video mit deutschen Untertiteln:

Der „Arabische Frühling“ als Warnung

Traoré beginnt mit einem Rückblick auf den Arabischen Frühling, der einst als Hoffnungsträger gefeiert wurde, in Wahrheit jedoch viele Länder in Zerstörung, Bürgerkrieg und dauerhafte Instabilität gestürzt habe. Dieses „Phänomen“, so Traoré, müsse Afrika verstehen – woher es kommt, wem es nützt und wie man sich davor schützt.

Doch genau hier sieht er das Problem:
Afrika, insbesondere Westafrika, schlafe.

Der Schwarze Winter: Metapher für Krieg und Zerfall

Traoré nennt das, was sich zusammenbraut, den „Schwarzen Winter“:

„Ein sehr kalter Winter. Ein blutiger Winter. Ein tödlicher Winter.“

Der Winter steht dabei als Metapher für einen importierten Krieg, für gezielte Destabilisierung, ethnische Spaltung, Terrorismus und wirtschaftliche Ausplünderung. Traoré macht unmissverständlich klar:
Dieser Krieg werde nach Westafrika gebracht.

Er spricht offen von Imperialisten, die alles daransetzten, die Region ins Chaos zu stürzen – während lokale Eliten, Teile der Bevölkerung und Medien entweder wegsehen oder Komplizen seien.

AES: Feuer gegen die Kälte

Mit der Gründung der AES-Konföderation (Allianz der Sahel-Staaten) habe man die Kälte bereits gespürt. Die Antwort darauf sei symbolisch wie politisch:

  • Feuer entfachen, um die Herzen und den Geist Afrikas zu wärmen
  • Mäntel herstellen, um sich gegen den Winter zu schützen
  • Berge errichten, um die eisigen Winde fernzuhalten

Doch Traoré beklagt, dass es Afrikaner gebe, die dieses Feuer löschen, die Jäger behindern und die Berge zerstören – aus Eigeninteresse, Angst oder bewusster Kollaboration.

Die entscheidende Frage: Wer darf ans Feuer?

Wenn der Winter kommt – so Traoré – stellt sich eine existenzielle Frage:

Dürfen jene, die das Feuer sabotiert haben, sich später mit an dieses Feuer setzen?

Diese Frage richtet sich direkt an das panafrikanische Projekt. Einheit sei überlebensnotwendig, doch sie dürfe nicht auf Selbstzerstörung hinauslaufen.

Entweder Einheit – oder ewige Knechtschaft

Traoré zeichnet ein radikales Entweder-oder:

  • Vereinigung gegen den Imperialismus
  • oder Verdammung zur Sklaverei bis zum Aussterben

Dazwischen gebe es keinen dritten Weg. Der kommende Winter werde diese Entscheidung erzwingen.

Scharfe Kritik an Medien, Eliten und „Pseudo-Intellektuellen“

Besonders hart geht Traoré mit bestimmten Medienfiguren und Intellektuellen ins Gericht. Er wirft ihnen vor:

  • systematisch Hass zu säen
  • Gemeinschaften zu spalten
  • Terror gegen die eigene Bevölkerung indirekt zu legitimieren
  • und sich gleichzeitig als moralische Autoritäten aufzuspielen

Ihre Debatten seien würdelos, realitätsfern und letztlich dienlich für fremde Interessen.

Kein Aufruf zur Gewalt – sondern zur Disziplin

Trotz aller Schärfe ruft Traoré ausdrücklich nicht zur Gewalt gegen Andersdenkende auf. Im Gegenteil:

  • Keine körperliche Gewalt
  • Keine Vergeltung
  • Keine Manipulation
  • Antwort: Kommunikation, Disziplin, Standhaftigkeit

Die AES solle wachsen, ruhig bleiben und ihren eigenen Weg gehen – auch wenn dieser lang und schmerzhaft sei.

Ein politisches Testament

Am Ende steht keine Drohung, sondern ein Gelöbnis:

  • Die AES wird überleben
  • Sie wird wachsen
  • Sie wird ihren Platz in der Welt einnehmen

Traorés Rede ist weniger eine Momentaufnahme als ein politisches Testament – ein Versuch, Afrika vor einem Szenario zu warnen, das andere Regionen bereits verwüstet hat.

Der Schwarze Winter, so seine Botschaft, ist keine Naturkatastrophe.
Er ist gemacht.
Und deshalb kann er – vielleicht – auch verhindert werden.

 

Der schwarze Winter kommt – Traoré warnt vor einem «kalten und blutigen» Krieg in Westafrika