2. Januar 2026

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2026 – Das Superwahljahr für die AfD?

 

Das Jahr 2026 ist auf Länderebene ein Superwahljahr. In fünf der sechzehn Bundesländer wird ein neuer Landtag gewählt. Als großer Sieger wird die AfD hervorgehen. In Sachsen-Anhalt könnte sie unter Umständen sogar alleine regieren. Wird diese blaue Welle Deutschland verändern?

Im März wählen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ihren Landtag neu, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin folgen im September. Den Umfragen und Tendenzen zufolge dürfte die Alternative für Deutschland überall deutlich zulegen. Doch auch wenn (Berlin bleibt wählertechnisch eine Ausnahme) vor allem die SPD und die CDU starke Verluste erwarten dürfen, sieht es für die Grünen noch düsterer aus.

Nehmen wir Baden-Württemberg her, welches am 8. März zur Wahlurne schreitet. Hier sind die regierenden Grünen die größten Verlierer. Ihnen droht ein Absturz von 32,6 auf nur mehr 20 Prozent der Wählerstimmen. Gleichzeitig könnte sich die AfD mit 21 Prozent der Stimmen nicht nur mehr als verdoppeln, sondern sogar von der fünftstärksten zur zweitstärksten Kraft im “Ländle” avancieren. Die CDU, die bei der letzten Landtagswahl 2021 noch 24,1 Prozent erhielt, liegt derzeit in den Umfragen bei 29 Prozent, während sich die FDP von 10 auf 5 Prozent halbiert, und um die Wiedereinzug bangen muss. Allerdings dürfte die Linke in den Landtag einziehen. Dank der “Brandmauer” wird sich dort nicht viel ändern und aus Grün-Schwarz wird eben Schwarz-Grün.

Auch in Rheinland-Pfalz sind große Verschiebungen zu erwarten. Dort ist es die regierende SPD, die laut Umfragen von 35,7 auf nur mehr 23 Prozent zusammenfällt. Auch dort dürfte die CDU (von 27,7 auf 29 Prozent zulegend) stärkste Kraft werden. Und die AfD? Die legt demnach von 8,3 auf 19 Prozent zu und wird drittstärkste Kraft, während die Grünen bei rund 10 Prozent der Stimmen stagnieren. Auch in RLP dürfte die Linke in den Landtag einziehen, während die FPD und die Freien Wähler keine Rolle (mehr) spielen. Auch hier sorgt die “Brandmauer” dafür, dass es keine schwarz-blaue Koalition geben wird, dafür jedoch sehr wahrscheinlich ein schwarz-rotes Bündnis. Besonders bitte für die Sozialdemokraten ist, dass sie damit den Posten des Ministerpräsidenten abgeben werden müssen, den sie seit 1991 halten.

Ganz anders sieht es in Sachsen-Anhalt aus. Dort verdoppelt sich die AfD in Umfragen auf 40 Prozent der Stimmen, während die CDU von 37,1 auf nur mehr 26 Prozent abstürzt. Anders als im Westen stagniert die Linke (11 Prozent), während die SPD der Fünf-Prozent-Hürde immer näher kommt. Grüne und FDP werden aus dem Landtag fliegen, dafür könnte das BSW mit 6 Prozent einziehen und mit den Sozialdemokraten gleichziehen. Wobei diese Umfragen bereits zwei Monate alt sind. Es könnte sein, dass Sachsen-Anhalt das erste AfD-geführte Bundesland wird.

In Mecklenburg-Vorpommern tauschen die AfD und die SPD in der Wählergunst quasi die Plätze. Während die Rechtskonservativen ihren Stimmenanteil laut Umfragen mit 38 Prozent (2021: 16,7 Prozent) mehr als verdoppeln, werden die Sozialdemokraten halbiert. 19 statt 39,6 Prozent sind es demnach. Entsprechend marginal fallen die Änderungen bei den anderen Parteien aus. Allerdings dürften sowohl FDP als auch Grüne aus dem Landtag fliegen, während das BSW Chancen auf einen Einzug hat. Wird es dort eine “Einheitsfront” von CDU bis Linke geben, um eine AfD-Landesregierung zu verhindern?

Berlin ist ohnehin anders und ein politischer Flickenteppich. Die Linke und die AfD werden bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus wohl jeweils 7 Prozent hinzugewinnen, während CDU, SPD und Grüne Stimmenanteile verlieren. Demnach bleiben die Christdemokraten jedoch mit 22 Prozent stärkste Partei, gefolgt von der Linken mit 19 Prozent. Grüne und AfD streiten sich mit jeweils 16 Prozent um den dritten Platz. Die Sozialdemokraten können demnach mit 13 Prozent rechnen. Da die CDU weder mit der AfD noch mit der Linken koalieren möchte, bliebe eine “Kenia”-Verliererkoalition aus CDU, Grünen und SPD eine Option – aber auch ein rot-rot-grünes Bündnis.

Das Jahr 2026 wird also wohl ein Jahr, in dem die Alternative für Deutschland ihre politische Präsenz sowohl im Westen als auch im Osten des Landes deutlich ausbauen wird können. Und mit Sachsen-Anhalt könnte die Bundesrepublik das erste AfD-regierte Bundesland erhalten – und mit dem 35-jährigen Ulrich Siegmund einen blauen Ministerpräsidenten, der auch Dank seines Charmes bei den Menschen im Land gut ankommt. Doch für die Brandmauerparteien wäre dies eine Zäsur, denn sollte die AfD in Sachsen-Anhalt zeigen, dass sie ein Bundesland regieren kann, wird auch insbesondere innerhalb der Union der Druck zur Niederreißung der Brandmauer wachsen.

 

2026 – Das Superwahljahr für die AfD?