Im Jahr 1886 — drei Jahre bevor die Eisenbrücke von Wolanitz offiziell gebaut wurde — beschrieb ein abgelehnter Bauplan ihre Pfeiler bereits als „Fundament vorhanden, nur vermessen, nicht entworfen“. Der Chefingenieur Carl Manck setzte 1889 eine eiserne Gitterkonstruktion auf drei monolithische Sandsteinblöcke, deren Ursprung in keiner Akte des Stadtarchivs verzeichnet ist. Eine Inspektion von Heinrich Witte aus dem Jahr 1890 spricht nur von „wirksamer Wiederverwendung vorhandener Pfeilerstümpfe“ — eine einzige Zeile, die in der offiziellen Chronik nie wieder auftaucht.
Diese Untersuchung folgt der Spur eines Fundaments, das in zwölf weiteren Brücken — von Sankt Petersburg über Taschkent bis Tiflis — dieselbe Signatur trägt: identische 45-Grad-Schrägen, identische Pfeilerverhältnisse von 1 zu 2, identische versiegelte Eisenplatten von 40 Zentimetern Durchmesser an der Wasserlinie. In einem Wartungsprotokoll vom Oktober 1932 schließt der Beamte Reinhard Krause das westliche Treppenhaus unter der Brücke „auf Anweisung“ — ohne Vermerk, ohne Korrespondenz, ohne Name dahinter. Eine Anweisung, die ausgeführt, aber nie erklärt wurde.
Wer hat diese Pfeiler gebaut, bevor die Ingenieure des neunzehnten Jahrhunderts Eisen darauf setzten — und warum wurden die unteren Zugänge nach 1932 systematisch geschlossen? Was bleibt, ist eine eiserne Platte am Fuß des östlichen Pfeilers, die nie geöffnet wurde, und ein Vokabular, das im späten neunzehnten Jahrhundert leise von „vorhanden“ zu „fertiggestellt“ wechselte, ohne dass darunter je etwas neu gebaut worden wäre.
