Seit mehr als fünfzig Jahren trotzt der Sozialismus auf Kuba sämtlichen Krisen und Sanktionen, doch der Alltag der Menschen ist von einer tiefen Mangelwirtschaft geprägt. Zwischen offiziellen Staatsjobs und dem florierenden Schwarzmarkt müssen die Bewohner von Havanna ununterbrochen improvisieren, um mit einem Durchschnittsgehalt von umgerechnet gerade einmal 15 Euro über die Runden zu kommen. Diese Dokumentation zeigt eindrucksvoll, wie Frauen in der weltberühmten Zigarrenindustrie arbeiten, traditionelle Rollenbilder aufbrechen und lautstark ihre Unabhängigkeit von den allgegenwärtigen Macho-Strukturen einfordern.
Neben dem harten Kampf ums Überleben bestimmen feurige Rhythmen wie die Rumba, gelebte Spiritualität in der Santería-Religion und der immense Stellenwert des klassischen Balletts das gesellschaftliche Leben. Auch tief verwurzelte Traditionen, wie die pompösen Feierlichkeiten zum 15. Geburtstag junger Mädchen, offenbaren inmitten der wirtschaftlichen Not eine faszinierende Kultur voller Stolz, Sinnlichkeit und unbändiger Lebensfreude
