Im Schwarzwald, in einem Tal, das die meisten nicht auf der Karte finden würden, baute eine Fabrik dreißig Millionen Plattenspieler — den Weltstandard des analogen Klangs, kopiert auf drei Kontinenten, nie wirklich übertroffen. Der Name war Dual. Und in Millionen deutschen Wohnzimmern bedeutete ein Samstagnachmittag mit diesem Gerät nicht Hobby, sondern Ritual. Dann kam die CD-Revolution. Innerhalb eines Jahrzehnts: Besitzerwechsel, Markendilution, leere Hallen. Viertausend Arbeitsplätze auf dem Höhepunkt — neunzehnhundertdreiundneunzig: null. Aber die Geschichte endet nicht dort. Die Technologie, die Dual tötete, liegt heute selbst im Sterben. Vinyl wächst seit sechzehn Jahren in Folge. Menschen suchen wieder nach diesen Maschinen — nicht aus Nostalgie, sondern weil sie funktionieren. Die Geräte aus St. Georgen laufen noch. Die Fabrik nicht. Das ist die Geschichte eines HiFi-Imperiums, das an der falschen Entscheidung zur falschen Zeit starb — und warum diese Geschichte heute aktueller ist als je zuvor.
