Für einen eintägigen Gipfel mit der italienischen Regierung am 23. Januar hat die Bundesregierung sechs Maschinen der Flugbereitschaft der Bundeswehr eingesetzt – darunter drei VIP-Jets und drei Businessflieger. Das räumte das Bundesverteidigungsministerium auf Anfrage des Grünen-Haushälters Sebastian Schäfer ein, berichtet der Spiegel. Anlass der Reise waren deutsch-italienische Regierungskonsultationen in Rom.
Neben je einem A350-, A321- und A319-VIP-Flugzeug setzte die Bundeswehr mehrere Maschinen der Global-Baureihe ein. Diese Businessjets kosten den Steuerzahler pro Flugstunde zwischen 7000 und 9000 Euro, während die grossen Jets in den mittleren fünfstelligen Bereich fallen. Die Gesamtkosten des Einsatzes bleiben ungenannt, laut Staatssekretär Sebastian Hartmann würden sie im Verteidigungsetat verbucht.
Der Ressourceneinsatz für einen Tagestrip löst parteiübergreifend Irritationen aus. Besonders Schäfer kritisiert: «Die Flugbereitschaft ist kein Privatjetservice, der die Ministerinnen und Minister und den Kanzler bis zu ihrer Haustür bringt.» Er fordert eine Rückbesinnung auf reguläre Linienflüge, auch für Regierungsmitglieder.
Die aufwendige Reiselogistik hatte verschiedene Gründe: Kanzler Friedrich Merz kam direkt aus Brüssel, Aussenminister Johann Wadephul traf mit einem A350 aus Äthiopien ein, Verteidigungsminister Boris Pistorius flog separat wegen eines Treffens mit seinem italienischen Amtskollegen. Weitere Minister wie Patrick Schnieder oder Bärbel Bas reisten am Morgen des 23. Januar gemeinsam aus Berlin an.
Die Rückflüge wurden individuell gestaltet: Merz landete gegen Abend in Dortmund, nahe seiner Heimat Brilon. Pistorius war da schon zurück in Berlin. Weitere Flieger setzten Minister in Memmingen und Hamburg ab – offenbar, um eine «heimatnahe» Rückreise zu ermöglichen.
