20. März 2026

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RWE flutet Kohlevorräte – und zerstört über 100 Jahre Energiesicherheit

 

Verstand aus, Ideologie an, Wasser marsch: Während Deutschland über explodierende Strompreise jammert und die Industrie um ihre Existenz bangt, bereitet der RWE-Konzern das größte Begräbnis der deutschen Energiegeschichte vor. In den Tagebauen, die geflutet werden sollen, liegen Energievorräte, die noch mindestens 100 Jahre förderfähig sind.

Im rheinischen Tagebau Hambach liegen Braunkohlevorräte, die für mindestens 100 Jahre energetische Unabhängigkeit sichern könnten. Doch anstatt diese Reserven als strategisches Pfand für Krisenzeiten zu begreifen, wird die Flutung vorbereitet. TE berichtete mehrfach.

Energievorräte und Kraftwerke sollen in Rheinwasser ertränkt werden. Auf immerdar. Einmal geflutet, ist die Kohle für immer verloren. Es gibt kein Zurück, wenn in 20 Jahren das nächste Energiedilemma vor der Tür steht.

Im Land der einstürzenden Brücken, der maroden Schienen und zerfallenden Infrastruktur träumen sie von „unumkehrbar“, bekommen kein funktionierendes Staatssystem mehr hin, nehmen aber in Anspruch, auf „ewig“ angelegte Entscheidungen zu treffen.

Ausgerechnet NRW. Dort werden Unternehmen, die zwei Weltkriege überstanden haben, unter der Schirmherrschaft der grünen Wirtschaftsministerin Mona Neubaur in die Knie gezwungen. Insolvenzen, Werksschließungen und Investitionsstopps sind an der Tagesordnung, ohne dass Ministerpräsident Wüst und Neubaur sich sonderlich gestört fühlen. Wüst war übrigens vorher als Verkehrsminister für Straßen verantwortlich.

Bei Dormagen soll also ein Pumpbauwerk entstehen. Von dort sollen energiefressende Pumpen bis zu 18 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Rhein absaugen, durch die 45 Kilometer lange Leitung in den Tagebau Hambach leiten und ab Mitte der 2030er-Jahre dann auch in den Tagebau Garzweiler.

Dort stehen die drei modernsten Braunkohlekraftwerke der Welt, die noch 75 Jahre Strom produzieren können. In Neurath hatte noch Merkel 2006 den Grundstein gelegt. Sie stehen direkt an der Quelle neben den Tagebauen, so kann die Kohle direkt ohne größere Transporte zur Stromerzeugung verfeuert werden.

In den Tagebauen liegen Energievorräte, die noch mindestens 100 Jahre förderfähig sind. Geschätzte Wertschöpfung: 1.000 Milliarden Euro. Das passt nicht in eine links-grüne Landschaft, die Deutschland deindustrialisieren will – koste es, was es wolle.

Politisch getragen wird das Ganze vor allem von der NRW-Landespolitik rund um den vorgezogenen Kohleausstieg und damit zuerst von der damaligen schwarz-gelben Landesregierung unter Hendrik Wüst, die 2021 die maßgebliche Leitentscheidung für das Rheinische Revier vorgelegt hat. Darin wurde die Nachnutzung der Tagebaue mit Seenbildung ausdrücklich als Ziel festgeschrieben.

Seit 2022 läuft das Projekt unter der schwarz-grünen Koalition in Nordrhein-Westfalen weiter. Die konkrete fachrechtliche Genehmigung erteilte Ende Januar 2026 die Bezirksregierung Arnsberg für den von RWE Power beantragten Bau und Betrieb der Rheinwassertransportleitung. Im Herbst soll entschieden werden, ob geflutet werden darf.

CDU und Grüne wollen jetzt nach dem Sprengen von Kernkraftwerken das Ende der Kohle in Deutschland zementieren, während in anderen Ländern diese billige und verfügbare Energie dazu dient, den Energiehunger zu stillen.

Mit dem ersten Spatenstich für die Rheinwassertransportleitung im rheinischen Braunkohlerevier wird nicht nur ein technisches Infrastrukturprojekt begonnen. Es ist ein politisches Signal – und zwar ein endgültiges. Denn mit der Flutung der riesigen Tagebaue Hambach und Garzweiler wird eine Rückkehr zur Nutzung der dort lagernden Braunkohle praktisch unmöglich gemacht.

Mit diesem politischen „Nero-Befehl“ wird Infrastruktur bewusst so verändert, dass künftige Generationen keine Möglichkeit mehr haben, eine andere energiepolitische Entscheidung zu treffen – selbst wenn sich die Lage einmal dramatisch ändern sollte.

Der Spatenstich im Rheinischen Revier ist deshalb weit mehr als ein Bauprojekt. Er steht für eine politische Entscheidung, die CDU und Grüne gemeinsam durchsetzen: Das Kapitel „Kohle“ soll endgültig geschlossen werden – und zwar so, dass niemand es jemals wieder aufschlagen können soll.

Klar, nichts ist unumkehrbar, allerdings dürfte der Aufwand gigantisch sein. Jetzt kostet die Zerstörung der Ressourcen übrigens bereits rund eine Milliarde Euro. Noch nicht eingerechnet mögliche hohe Kosten für Filteranlagen, die das Rheinwasser aufbereiten sollen für die Seen der Zukunft. Denn im Rheinwasser lassen sich viele Chemikalien nachweisen, darunter auch sogenannte Ewigkeitschemikalien wie die PFAS. Was sonst so heftig bekämpft wird, soll sich in einen Badesee ergießen. Bisher sind keine Anforderungen an die Qualität des Wassers aufgestellt worden.
Und was sind schon Milliarden in grünen Hirngespinsten!

Noch allerdings hat RWE für die Einleitung des Rheinwassers in den Tagebau Hambach keine Genehmigung. Das Prüfverfahren soll im Herbst beginnen. RWE übrigens demonstriert dabei eine beeindruckende Form von subventionierter unternehmerischer Tiefenentspannung. RWE will einen Tagebau fluten, hat aber weder das „Darf“ noch das „Wie“ geklärt. Das Genehmigungsverfahren startet erst im Herbst.

Besonders hanebüchen ist die Debatte um Filteranlagen. Dass man ernsthaft darüber diskutieren muss, ob ungeklärtes Flusswasser in ein künstliches Ökosystem gekippt werden darf, grenzt an ökologische Super-Naivität. Es wirkt, als hoffe der Konzern darauf, dass die Behörden angesichts der schieren Größe des Projekts schon ein Auge (oder beide) zudrücken werden. Ein See als grünes Denkmal?

Völlig Entrückte schwärmen bereits jetzt schon vom „Rheinischen Seengebiet“ mit dem zweitgrößten See nach dem Bodensee. Stechmücken statt Stahlwerk. Gab’s in früheren Zeiten schon mal.

 

 

RWE flutet Kohlevorräte – und zerstört über 100 Jahre Energiesicherheit