Seit dem 1. Januar gilt in der EU der sogenannte CO2-Grenzausgleich CBAM. Wer künftig Stahl, Aluminium, Dünger oder Wasserstoff in die EU importiert, muss dafür CO2-Zertifikate kaufen. Damit sollen laut EU-Kommission Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden – also etwa die Verlagerung von Produktion in Länder ohne Emissionsauflagen. Doch der Preis dafür ist hoch: nicht nur finanziell, sondern auch bürokratisch.
Wie Apollo News berichtet, hat die EU zur Umsetzung rund 2000 Seiten Regelwerk veröffentlicht. Darin steht, wie genau die CO2-Mengen berechnet werden sollen und welche Abgaben fällig werden. Für viele Produkte wurden sogenannte Standardwerte festgelegt – allein diese Liste ist 1600 Seiten lang.
Betroffen sind nicht nur Rohstoffe, sondern auch fertige Produkte wie Bahnschienen oder Aluminiumbehälter. Die Abgabe richtet sich nach dem CO2-Ausstoss pro Tonne. Der Preis pro Tonne CO2 liegt derzeit zwischen 70 und 100 Euro und orientiert sich am EU-weiten Emissionshandel ETS 2. Importfirmen müssen vierteljährlich melden, wie viel sie eingeführt haben und wie viel CO2 dabei angefallen ist.
Wer keine Standardwerte nutzen will, muss einen externen Prüfer beauftragen – auf eigene Kosten. Dieser muss im Ausland tätige Industrieanlagen mindestens alle zwei Jahre persönlich besichtigen. Die Prüferfirmen selbst müssen aufwendig von nationalen Behörden zertifiziert werden, inklusive Fachkenntnisnachweis und Mitarbeitertests.
Kritiker sehen in dem neuen System weniger Klimaschutz als einen neuen Bürokratieapparat. Schon jetzt ist klar: Der CO2-Zoll bringt nicht nur neue Kosten für Importeure, sondern auch viel Verwaltungsaufwand und könnte so vor allem kleinere Unternehmen stark belasten.
https://weltwoche.de/daily/eu-startet-co2-zoll-2000-seiten-buerokratie-fuer-importeure/
