28. Januar 2026

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„Du Fahrzeugpapiere“: Viele Polizisten sprechen zu schlecht Deutsch

 

Die Warnungen gibt es seit Jahren – nun kommen sie aus der Spitze der Behörde selbst: Die Berliner Polizei kämpft zunehmend mit gravierenden Problemen bei der Rekrutierung junger Beamter, die Bewerber fallen aufgrund ihrer mangelhaften Deutschkenntnisse durch. In Österreich ist die Situation ähnlich.

Was lange von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisiert wurde, bestätigt jetzt auch Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel öffentlich – die Lage dürfte noch ernster sein, als bisher vermutet.

Im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses sprach Slowik Meisel offen über die Defizite, mit denen die Polizei im Auswahlverfahren konfrontiert ist. Das Bildungsniveau vieler Schulabgänger bereite große Sorgen, insbesondere ihre Sprachkompetenz.

„Ich will kein Schulbashing betreiben, aber es gibt ein Problem der Bildungsniveaus, mit denen die jungen Menschen aus den Schulen kommen“, zitierte die Berliner Zeitung die Polizeipräsidentin. Besonders alarmierend: Bereits bei den verpflichtenden Computertests scheitert ein erheblicher Teil der Bewerber. 80 Prozent der negativen Ergebnisse seien auf unzureichende Deutschkenntnisse zurückzuführen.

Anforderungen seien nicht überzogen

Dabei betonte Slowik Meisel ausdrücklich, dass es sich nicht um ein Problem einzelner Herkunftsgruppen handle. „Wir haben ein ganz erhebliches Problem der Deutschkenntnisse, ganz unabhängig von der Nationalität“, stellte sie klar. Die Anforderungen seien keineswegs überzogen und könnten auch nicht weiter gesenkt werden. Eine Absenkung der Standards würde zwangsläufig zu höheren Abbruchquoten in der Ausbildung führen – ein Risiko, das sich die Berliner Polizei angesichts des Personalmangels nicht leisten könne.

Bereits seit 2019 versucht die Behörde gegenzusteuern und bietet Deutsch-Nachhilfekurse für Polizeischüler an. Hintergrund seien grundlegende Defizite in Rechtschreibung, Zeichensetzung und im schriftlichen Ausdruck. Ob diese Maßnahmen nachhaltige Verbesserungen gebracht haben, ist bislang unklar.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Von den 1.224 Ausbildungsplätzen, die jährlich zur Verfügung stehen, konnten im vergangenen Jahr nur 936 besetzt werden. Das bestätigte Innensenatorin Iris Spranger von der SPD. Zu wenig, warnen Experten – denn bis 2030 geht ein Drittel der derzeitigen Polizeibeamten in Pension. Ohne ausreichend qualifizierten Nachwuchs droht der Hauptstadt ein massiver Personalengpass, der die öffentliche Sicherheit spürbar beeinträchtigen könnte.

Auch in Österreich zeigt sich ein ähnliches Bild. In Oberösterreich etwa scheitert laut aktueller Zahlen jeder dritte Polizeibewerber an den Deutschtests. Grammatik, Rechtschreibung, Textverständnis und Merkfähigkeit stellen für viele eine kaum überwindbare Hürde dar. Zwar starteten zuletzt 82 Polizeischüler in die Grundausbildung, doch insgesamt wird es auch dort zunehmend schwieriger, geeignetes Personal zu finden und langfristig zu halten.

Ob in Berlin oder Linz: Die Polizei steht vor massiven Problemen: Ohne ausreichender Sprachkompetenz bleibt der Weg in den Polizeidienst für viele versperrt. Die Konsequenzen könnten weitreichend sein.

 

 

„Du Fahrzeugpapiere“: Viele Polizisten sprechen zu schlecht Deutsch