26. Januar 2026

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Die EU ist ratlos und die NATO gibt es wohl nur noch auf dem Papier

 

Die letzte Woche hat die Karten in der Weltpolitik neu gemischt, was nun auch den letzten europäischen Transatlantikern klar geworden sein dürfte. Die EU ist ratlos, was sie nun tun soll und die NATO scheint nur noch auf dem Papier zu existieren.

Ich habe am Freitag angekündigt, am Wochenende die ersten Artikel darüber zu schreiben, was die letzte Woche in der Geopolitik alles verändert hat. Aber da war ich zu optimistisch, denn ich habe das Wochenende gebraucht, um mir erst einmal selbst einen Überblick zu verschaffen, zum Schreiben bin ich noch nicht gekommen.

Das werde ich in den nächsten Tagen nachholen, wobei ich das in mehreren Artikeln nach Themen aufarbeiten werde. Nach jetzigem Stand wird sich ein Artikel sich damit beschäftigen, was all das für die NATO und die EU bedeutet. Da die USA nun auch noch eine neue Verteidigungsstrategie veröffentlicht haben, werde ich den Artikel darüber wohl vorziehen, weil diese Strategie ebenfalls zeigt, dass die USA die NATO und Europa abgeschrieben haben. Sie haben keine Priorität mehr für die USA, sondern die USA wollen sich Asien zuwenden, das für sie heute wichtiger ist als Europa, weil dort fast die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung erbracht wird, während Europa auf dem absteigenden Ast ist und sich nach dem Willen USA selbst verteidigen soll – so viel also zum Schutzversprechen der USA für Europa im Rahmen der NATO.

Außerdem hat Trump – wahrscheinlich im Scherz, aber bei ihm weiß man das ja nie – vorgeschlagen, die USA sollten mal überprüfen, ob die Europäer den USA im Rahmen der NATO überhaupt helfen würden. Trump meinte, man könne wegen der Migrationskrise an der mexikanischen Grenze und der „Invasion durch Migranten“ Artikel 5 des NATO-Vertrages aktivieren und dann abwarten, welche europäischen Staaten den USA zu Hilfe kommen.

Und dann war da noch Grönland, bei dem sich Trump und NATO-Chef Rutte angeblich geeinigt haben, allerdings hört man darüber nichts aus Dänemark und Grönland selbst, was darauf hindeutet, dass der Streit noch nicht vorbei ist.

Und als wäre das noch nicht genug, scheint es in Davos auch einen Durchbruch bei der Ukraine-Frage gegeben zu haben, denn Trumps Verhandlungsteam ist aus Davos direkt nach Moskau geflogen, vom Flughafen sofort in den Kreml gefahren und hat dort fast vier Stunden mit Präsident Putin gesprochen. Anschließend sind sie nach Abu Dhabi geflogen, wo danach im Beisein der US-Unterhändler Verhandlungen zwischen russischen und ukrainischen Delegationen stattgefunden haben, wobei über die Ergebnisse nur bekannt ist, dass die Gespräche in den nächsten Tagen fortgesetzt werden sollen.

Und ganz wichtig: Die Europäer waren dazu nicht eingeladen. Die Europäer sind aber so sehr damit beschäftigt, den Schock über die neue Weltlage zu verarbeiten, dass sie nicht einmal die üblichen Erklärungen darüber abgegeben haben, dass sie doch mit am Tisch sitzen wollen und dass sie dagegen protestieren, dass Russland und die USA ohne die Europäer über den Ukraine-Konflikt verhandeln, weil der doch die europäische Sicherheit betreffe, über die man nicht ohne die Europäer reden dürfe.

Man könnte nun noch den Iran, Kuba und Kanada erwähnen, wo es in der nächsten Zeit (also im Laufe diesen Jahres) ebenfalls interessante Entwicklungen geben dürfte.

Und so weiter…

Daher habe ich das Wochenende gebraucht, um mich in all diese Themen und die neuesten Entwicklungen einzulesen und zu verstehen, wie all das miteinander wechselwirkt, bevor ich damit beginnen werde, Analysen darüber zu schreiben, was das nun bedeutet. Damit werde ich in den nächsten Tagen beginnen.

Heute Abend werde ich, wie jeden Sonntag, die für deutsche Leser interessanten Beiträge aus dem wöchentlichen Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens übersetzen, damit ich sie am Montagmorgen veröffentlichen kann.

Eines scheint aber schon sicher: Auch die kommende Woche dürfte sehr interessant werden…

 

 

Die EU ist ratlos und die NATO gibt es wohl nur noch auf dem Papier