10. Mai 2026

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1866: Was unter dem Bayerischen Wald lag – Und warum er neu bepflanzt wurde

 

Im Jahr 1820 kartierten bayerische Landvermesser im Hochwald künstliche Plattformen, nivellierte Terrassen und Gratlinien, die zu gerade sind, um natürlich zu sein — sie notierten sie als Geländemerkmale unbekannter Herkunft und zogen weiter. 46 Jahre später bat Preußen — zwei Jahre bevor Bayern Teil des deutschen Staates wurde — München um Zugang zu genau diesen Abschnitten, und kurz darauf begann ein systematisches Aufforstungsprogramm nach preußischen Vorgaben, das dieselben Koordinaten abdeckte. Als 1875 preußische Topographen für die erste Reichskarte die neu angepflanzten Abschnitte erreichten, schrieb einer drei Worte in sein Feldtagebuch: Geländeanomalie nicht kartierbar — und zog weiter, ohne zu erklären warum. Diese Untersuchung verfolgt die vier Datensätze, die alle im Bayerischen Hauptstaatsarchiv liegen — Uraufnahme 1820, Berliner Koordinierungsschreiben 1864, Pflanzprotokolle 1866 und topographische Feldberichte 1875 — und die noch nie als zusammenhängende Sequenz ausgewertet wurden.