Geh jetzt in irgendeine Apotheke. Die Regale stehen vom Boden bis zur Decke voll mit Pillen. Schmerzmittel. Schlafmittel. Mittel für die Verdauung. Jede Packung kostet dich irgendwo zwischen etwa 10 und 50 Euro. Und fast jedes dieser Medikamente kommt mit einer Liste von Nebenwirkungen, die länger ist als das eigentliche Etikett.
Stell dir jetzt stattdessen einen Klostergarten im Jahr 1250 vor. Dort würdest du über 400 verschiedene Pflanzen finden, ordentlich in Reihen angepflanzt. Jede einzelne davon wurde als Medizin genutzt. Die Mönche, die diese Gärten pflegten, konnten Schmerzen, Infektionen, Fieber, Schlafprobleme und Magenbeschwerden behandeln – nur mit dem, was aus der Erde wuchs. Kein Labor. Keine Fabrik. Kein Rezept vom Arzt. Nur Pflanzen und Wissen, das über tausend Jahre täglicher Anwendung gesammelt wurde.
